April 2017

Liebe Freunde,

seit meinem letzten Rundbrief sind schon wieder Monate vergangen und es ist mal wieder höchste Zeit, dass ich was von mir hören lasse …

Im Januar musste ich meine Aufenthaltsgenehmigung verlängern, was in der Regel kein mega Problem ist, wenn man mal eine hat. Hier muss man allerdings immer auf alles gefasst sein, weil sich die Dinge über Nacht ändern können. Seit der Woche, in der ich meine Papiere einreichen musste gibt es eine neue offizielle Regelung, dass die längerfristigen Aufenthaltsgenehmigungen ab sofort nur noch von der nationalen Direktorin der Einwanderungsbehörde in Maputo genehmigt werden dürfen und den Antrag muss man auch anders schreiben (der Gegg war auch noch, dass das Papier, das bei der Behörde als ‚Modelantrag’ zum Abschreiben aushängt falsch ist, was zur Folge hatte, dass ich den Antrag, den ich geschrieben hatte x mal neu schreiben musste bis er komplett richtig war, weil man hier immer nur eine Sache auf einmal korrigiert kriegt) und dann auch noch mal bei der Justiz- und Religionsbehörde einreichen musste, weil er ja so, wie ich ihn geschrieben hatte nicht richtig war und das alles rechtzeitig bevor meine alte auslief, sonst muss man eine ziemlich hohe Strafe pro Tag bezahlen. Ob man im Recht ist oder nicht spielt hier keine Rolle. Ja, jedenfalls habe ich es letztlich Gott sei Dank noch geschafft alles rechtzeitig einzureichen, um dann Wochen oder eher bald Monate auf ein Feedback von Maputo zu warten. In der Zwischenzeit war ich eine zeitlang ohne jedes Papier, da ich meine alte einreichen musste und noch keine neue hatte, bis ich schließlich darauf bestand, mir wenigstens ein Papier zu geben, auf dem steht, dass ich meine Papiere eingereicht habe, auf ein Interview warte und deshalb ohne Papieren bin.
Die Zeit verging und wir wollten nach Zimbabwe, aber ohne Orginalpapiere keine Grenzüberquerung. Blieb mal wieder nur Beten … . Bei einem meiner Telefonate mit der Chefin des Bereiches Aufenthaltsgenehmigungen meinte diese auf einmal, sie hätte mit dem Direktor hier in Chimoio gesprochen und der stimmte zu, dass ich zu meinem Interview kommen könnte, obwohl wir noch keine Genehmigung aus der Hauptstadt haben. Das läuft unter der Kategorie ‚Wunder’, weil normalerweise wagt es hier keiner etwas ohne die Genehmigung seines Chefs zu tun. So habe ich nun mein vorläufiges Papier, aber damit kann man wenigstens unterwegs sein. Ob die in Maputo mittlerweile ihr ‚ja’ gegeben haben oder nicht, keine Ahnung. Jedenfalls konnte ich so wieder unterwegs sein 😉

… und so war ich / waren wir vor kurzem wieder ne knappe Woche in Zimbabwe … ein weiterer Trip im Glauben an Gott, denn meine Augen haben immer noch keinerlei Konditionen, den ganzen Tag bei grellem Sonnenlicht Auto zu fahren und unsere Ziele waren weite Entfernungen, aber Gott schenkte Gnade … wir sahen, wie Jesus Menschen bei den täglichen Einsätzen/Evangelisationen begegnete & berührte und besuchten die Gemeinde, die wir letzten Herbst gegründet hatten, lehrten die Leiter, predigten & beteten mit ihnen im Sonntag morgen Gottesdienst … es war ein Vorrecht, die Frucht unseres letzten Einsatzes zu sehen … 😉

Eine andere Hürde, die sich mir in den Weg stellte war die Idee meines Vermieters mal wieder die Miete auf absurde Weise zu erhöhen, was aber Gott sei Dank glimpflich verlief, wir einigten uns auf eine kleine Erhöhung und ich forderte bei der Gelegenheit einen 5-Jahres-Mietvertrag, d.h. in den nächsten Jahren ist erstmal nichts mit Mieterhöhung … 😉 !

Im Kinderheim von Loving the Nations
Unseren Kindern geht es gut, langsam, aber stetig verändert Gott ihr Leben: Mittlerweile haben wir 26 Kinder, 3 weitere kommen in den nächsten Tagen, und 3 Erwachsene, d.h. 32 insgesamt, die täglich ernährt werden müssen … ;-). Kann das ganze nur in Gottes Hand legen … und bis jetzt leben alle noch ;-).
3 der Kinder sind Mädchen, die wir aufgenommen haben, weil es nicht anders ging, obwohl wir noch kein Haus für Mädchen haben … sind aber im Bau und ich hoffe, dass das 1. Haus innerhalb der nächsten 2 Monate bezugsfertig ist. Die Baugenehmigung zog sich hin, so dass ich mich schließlich entschied noch mal die Option zu wählen, meinen Nachbar, den Bürgermeister zu kontakten … von da ab ging es um einiges schneller und ja, wir haben die Genehmigung!!
Dieses Jahr gab es mehr Regen als gut war, wodurch ein Teil des Maises und Reises, den wir auf unseren Feldern angepflanzt haben, leider im Wasser untergegangen ist, aber der größere Teil ist Gott sei Dank noch vorhanden und voraussichtlich in 1 Monat zur Ernte bereit :-). Bis dahin müssen wir noch irgendwie überleben. Vielleicht könnt ihr euch erinnern, dass ich euch geschrieben hatte, dass wir letztes Jahr zur Erntezeit, als der Mais günstig war Mais auf Vorrat gekauft hatten und er hat auch bis jetzt gereicht. Womit ich nicht gerechnet hatte war, dass wir so schnell so viele Kinder bei uns wohnen haben; meine Rechnung war mit 20, nicht mit 30 Leuten. Wie dem auch sei, wie ich Gott kenne wird keines unserer Kinder an Hunger sterben. Letztes Jahr haben wir eines unserer Häuser, das noch nicht bewohnt war als Lagerraum benutzt, was dieses Jahr aber nicht mehr geht, weil wir den Platz für die Kinder brauchen. Meine Idee ist gerade zu versuchen, irgendwo einen Container herzubekommen. Falls jemand jemand kennt, der einen loswerden will, wir nehmen ihn 😉

Im Gefängnis …
Gott bewegt & verändert die Herzen, die Gegenwart Gottes ist spürbar in den Gottesdiensten, vor allem in der Anbetung … an Gegenwind fehlt es allerdings nicht, ist anstrengend, aber in alledem überwinder wir weit durch den, der uns geliebt hat, Jesus Christus (Rom 8.37).

Im März hatten wir weitere Taufen 🙂

Im Krankenhaus…
Unser ‚Besuchs- und Gebetserlaubnispapier’ ist erneuert … habe mich entschieden mal zu versuchen eines ohne Datum (nicht für 2017) einzureichen und es kam mit 2 Unterschriften zurück, was heißt, wir haben auf unbegrenzte Zeit die Erlaubnis haben dort für Leute zu beten … so kann das Team einfach die Genehmigung weiter benutzten, auch wenn ich mal nicht mehr hier bin … 😉

Beide Teams, das Gefängnis- und das Krankenhausteam haben sich vergrößert, wofür ich Gott sehr dankbar bin 😉

Bei den letzten 3 Jugendgottesdiensten gab es nicht mehr genug Stühle … auch dass läuft unter Gebeterhörung … möge Gott es mehr & mehr Christen aufs Herz legen zusammenzukommen, gemeinsam zu beten & anzubeten … .

Den Kindern von Iris Ministries geht es gut … bin nach wie vor 1 x die Woche dort … und diesen Samstag werde ich zusammen mit unserem Pastor alle unsere Kinder, die noch nicht getauft sind, taufen … die Kinder haben darum gebeten 😉 …

Abgesehen von ‚meinen regelmäßigen Aktivitäten’ versuche ich nach wie vor soviel Zeit wie möglich in Jüngerschaft & Lehre junger Leiter zu investieren …

Zum Schluss noch eine Neuigkeit … ich bin nicht mehr Single ;-). Wir kennen uns seit 2009, bauen gemeinsam Reich Gottes im Gefängnis & Krankenhaus, waren zusammen auf vielen Einsätzen … und keiner von uns beiden dachte für Jahre, dass es jemals mehr als eine Freundschaft zwischen uns gäbe, bis Gott zu uns beiden unabhängig voneinander sprach. Wir haben beide eine klare Berufung für die Nationen, verstehen & mögen uns, unsere Gaben passen zusammen … das Ding war nur, dass keiner von uns beiden auf der Suche nach einem Ehepartner war; wir waren beide darauf ausgerichtet Gott zu dienen. Die Liebe, die zwischen uns existiert ist weit mehr als Romantik (die gibt es auch), sie ist übernatürlich. Vor Jahren hatte ich mal eine Liste gemacht mit über 20 Punkten, die ich mir in einem Ehepartner wünsche, falls ich mal heirate und er hat alle 20! Wenn ich im Sommer in Deutschland bin kann ich euch mehr erzählen, falls es euch interessiert. Für im Moment sei noch gesagt, dass ich seit letztem Jahr den starken Eindruck hatte, dass eine große Veränderung in meinem Leben kommt und ich glaube, es ist die, mit jemandem gemeinsam den Weg zu gehen … sein Name ist Camilo …

Liebe Grüsse aus Afrika & Gottes Segen,
Claudi