Juni 2015

 

Hallo ihr alle, weiß mal wieder nicht, wo die Zeit hin ist, ist schon fast wieder 1 Jahr rum …

Die Woche vor und über Ostern waren wir nochmal 10 Tage in  Zimbabwe, an
verschiedenen Orten.  Die Lebensbedingungen in Zim sind nicht leicht. Auf dem Land ist eine Dürre (d.h kaum Ernte und somit kaum Essen aufgrund mangelnden Regens) und in den Städten ist alles teuer, es gibt kaum Strom & Wasser  -­‐ wenn Strom, dann meist nach Mitternacht oder zumindest nach 23Uhr, bis ca. 3Uhr morgens, so muss man dann kochen, da es auch kein Feuerholz oder Kohle wie in Mozambique gibt, Wasser gibt es meist in den frühen Morgenstunden, von 4.30 bis 5.30, d.h wenn du welches willst, dann zapfe es dir zu der Zeit ab; und trotzdem musst du um 7 oder 8 Uhr in der Arbeit erscheinen. Da wir nicht in 5 Sterne Hotels schlafen, die einen Generator besitzen war es für uns wie für die Leute dort. Es gab kaum was zu Essen, wenig Schlaf, uns war kalt,  wir wurden mehrmals nass bis auf die Haut … aber Menschen wurden ermutigt, von Gott berührt, gerettet, geheilt, befreit … und darauf kommt es schließlich an. Wer Lust hat kann dazu mal in der Bibel den 2.Korintherbrief Kapitel 11 Vers 23-­‐28 und Philipper 4, 11-­‐13 lesen.
Komplimente an mein Team, alle hatten eine gute Einstellung, keiner beschwerte sich, haben echt Reife bewiesen …
Die letzten 3 Tage waren wir auf einer Konferenz hoch oben in den Bergen, in der Gegend von Chipinge; wir fuhren 2 Std lang langsam aber stetig den Berg hinauf. Zwischendrin hielten wir mal  kurz an (jedenfalls war das der Plan gewesen), um  ‚aufs Klo zu gehen’ – das war ein Fehler – aber wer konnte das wissen? Als wir  weiterfahren wollten sprang das Auto nicht mehr an – super  :(. Die Strasse war  leider zu schmal um umzudrehen, sodass wir berg runter hätten starten können, was einfach gewesen wäre; berghoch anschieben war unmöglich; da blieb nur eins: rückwärts den Berg runter – hm. Ich betete und legte es in Gottes Hand. Auf den 2. Anlauf klappte es. Dass, was wir taten nicht ungefährlich war, war uns allen klar, denn die Strasse war kurvig und wenn der Motor nicht an ist, ist es hart zu bremsen, man muss die Bremse mit aller Kraft treten; aber es gab keine andere Möglichkeit. Gibt immer neue Erfahrungen im Leben …  :-).

Im April hatten wir eine weitere Taufe im  Gefängnis, diesmal 47 Häftlinge, die ihr altes Leben in Sünde beenden und von nun an mit & für Gott leben wollten  :-).
Nach dem 24/7 Gebet im (den gesamten) März initiierten sie selbst noch eine weitere Woche Fasten & Beten im Anschluss … wow … und meinten ab nächsten Monat wollten sie wieder mit 24 Std Gebet anfangen … .
Die Gunst, die wir bei den Gefängniswärtern haben ist für mich nach wie vor erstaunlich … vor kurzem teilte der neue Sicherheitschef (2.Chef nach dem Direktor) unserem im Gefängnis verantwortlichen Pastor mit, dass zukünftig mehr Häftlinge in unseren Gottesdiensten sein sollen, da wir Botschaften haben, die Leben verändern … und sie haben ihr Wort gehalten, seit neuestem haben wir fast doppelt so viele Leute in unseren wöchentlichen Gottesdiensten und es sollen noch mehr werden. Die ‚bible studies’ Donnerstag nachmittags laufen ebenfalls richtig gut. Wer daran teilnimmt muss sich für 2 Jahre ‚verpflichten’. Wer da kommt, sind die richtig hungrigen und die zu lehren ist eine Freude …  :-).

Wir konnten die Genehmigung für Besuche & Gebet im  Krankenhaus für 2 weitere Jahre erneuern … möge Jesus den Menschen dort begegnen, jedem geben, was er braucht … . Was den Papierkram von Loving the Nations betrifft, ist soweit ich weiß leider noch nicht besonders viel vorwärtsgegangen,  aber durch den ganzen Prozess habe ich einige Zeit beim Sozialamt verbracht, mehr Beziehung gebaut und Gott gab mir die Möglichkeit mit der Direktorin zu sprechen, ihr von unserem Projekt zu erzählen, was in der Regel ziemlich schwierig ist.

Bin dankbar, dass die meisten Strassenkinder nach wie vor bei uns sind und sie sind nicht mehr dieselben. Wer sie reden und beten hört wird niemals glauben, dass sie erst gute 3 Monate bei uns sind. Wers auf dem Herzen hat, bete für sie und diejenigen, die sich um sie kümmern … .
Diese Woche sind Schulferien, so haben wir die Gelegenheit genutzt was besonderes mit all unsere Kindern zu machen; der Besitzer von ‚Casa M’sika’ hatte uns ja eingeladen wiederzukommen. So hatten wir einen super Tag mit unseren Kindern (die von Iris & Loving the Nations)  … Baden im Swimming Pool,  eine Wanderung durch die wunderschöne Natur und diesmal hat sich sogar eine der Giraffen blicken lassen …  :-).

Discipleship group …
fehlen nur noch 2 Treffen und alle haben schon mehrmals gefragt, ob wir nicht
weitermachen … denke doch schon, zumindest erstmal bis Ende des Jahres, dann können wir ja nochmal neu entscheiden … .

Letztes Wochenende waren wir  in Macossa and Guro, 2 Städte im Norden der Provinz, in der ich wohne. Nach Gebet fuhren wir im Glauben los  … kam trotz allem Versuchen nicht dazu, das, was ich am Auto vorher richten hätte wollen zu richten … wie dem auch sei … Gott war wie immer treu, hat uns sicher ans Ziel und auch wieder zurück gebracht. Am Freitag abend  zeigten wir den Jesusfilm in Macossa. Die Leiter vorort hatten es gut vorbereitet, die Leute eingeladen, sodass viele kamen. Zur Überraschung aller wurde uns der zentrale Platz in der Stadtmitte gegeben, auf dem es eine feste Bühne und Sitzgelegenheiten gibt: Normalerweise darf dort nur der Präsident oder andere hohe Politiker sprechen, christliche und andere Veranstaltungen sind auf dem Fußballfeld, was etwas ausserhalb und lediglich eine Grassfläche ist. Am Samstag ganztags gab es für alle Pastoren & Leiter der verschiedenen Gemeinden die Möglichkeit an einem Seminar teilzunehmen, bei welchem ich über verschiedene Dinge lehrte.
Am Sonntag morgen natürlich wie immer in einem Gottesdienst einer Gemeinde
gepredigt und dann gleich anschliessend nach Guro gefahren. Die Polizei dort war echt nett zu uns, erlaubten uns das Fußballfeld für unsere Evangelisation zu nutzen. Aufgrund des dort an dem nachmittag stattfindenen Fußballspiels und all den Zuschauern vorort war es einfach die Nachricht über den im Anschluss zu sehenden Film zu verbreiten – jedenfalls war das der Plan gewesen – nur leider wollte unser MP3 Player trotz allem Versuchen uns den Film nicht geben … grr … aber nichts zu machen. Nach einigen vom Keyboard begleiteten Liedern blieb mir nichts anderes übrig als spontan zu predigen, im Vertrauen, dass Gott mir die richten Worte geben würde, denn in der Situation war weder ne Minute sich irgendwo zurückzuziehen, noch Licht, um was in der Bibel zu lesen; wir waren von einer riesigen Menschenmenge, von wohl tausenden von Leuten umgeben.  Das erstaunliche an dem Abend war, dass selten so viele Jesus in ihr Leben einluden, wie an dem Abend – auch ohne den Film und damit ohne das Leben von Jesus gesehen zu haben. Nach der Predigt & dem allgemeinen Gebet beteten wir noch lange für Leute und eine neue Gemeinde wurde gestartet.  Man muss flexibel sein und einfach tun, was geht … . An manchen Tagen sind die Dinge ein bisschen verdreht … es gab diese weisse Maispappzeug mit in Öl schwimmenden Ziegenfleisch zum Frühstück, nichts zum Mittagessen und Kekse & Erdnüsse zum ‚Abendessen’ (hatten sonst nichts). Auch die Nacht dort hatte so manche Herausforderung …  hatte mich gerade erschöpft auf dem Boden zum Schlafen niedergelegt als innerhalb von Minuten tausende (nicht übertrieben) von Ameisen auf meiner Matte, in meinem Schlafsack, in meinen Klamotten
… waren; ob ich wollte oder nicht, ich musste nochmal aufstehen und mich soweit es ging von dieser Plage befreien … grrr … dann versuchte ich es mit auf der Holzbank schlafen (möglichst nicht bewegen -­‐ sind schmal und unstabil, aber der Boden war keine Option (andere aus dem Team machten das gleiche) … zumindest ein paar Stunden waren mir gegönnt … als ich um 5 Uhr morgens wiederum von Ameisen umringt , im Gesicht, in den Haaren, wiederum in meinem Schlafsack … aufwachte stand ich trotz Kälte ‚freiwillig’ auf … war nicht meine 1. Nacht mit Ameisen, aber die Menge hat definitiv alle meine bisherigen Erfahrungen übertroffen … . Das ganze hatte zumindest den Vorteil, dass wir am Montag nicht allzu spät in Chimoio ankamen und ich noch gut alles, was ich an dem Tag schaffen wollte schaffte … hat doch alles seine Vorteile … ;-­‐)

Bald (ab 12. Juni) bin ich in Deutschland und hoffentlich auch gleich unter meiner
deutschen Handynr (0151/22160202) erreichbar.
Wer mich sehn oder als Predigerin will sage bescheid …

Grüsse aus Mozambique,
Claudi

März / April 2015

Liebe Freunde, ich weiss, ich weiss, ihr habt schon lange nichts mehr von mir gehört und diese Mail ist überfällig … sorry!! lasst mich euch ein bisschen davon erzählen, was so in letzter Zeit passiert ist …

Letzte Woche waren wir in Quelimane in der Provinz Zambesia, um dort zu evangelisieren, predigen, lehren, die Gemeinde ermutigen. Den noch recht jungen Pastor kenne ich seit einigen Jahren. Er wohnte zuvor in Chimoio und machte hier ‚Krankenpflegerausbildung’. Nach seinem Abschluss bekam er eine Stelle in Quelimane. Wir blieben in Kontakt; ich ermutigte ihn, den Leuten dort, wo er ist von Jesus zu erzählen; die Mehrheit dort sind (waren) Moslems, ansonsten gibt es noch ein paar strenge Katholiken. Viele lernten Gott kennen und eine lebendige christliche Gemeinde wurde gegründet. Immer wieder bat er mich doch mal zu kommen; letzte Woche legte mir Gott aufs Herz seiner Bitte nachzukommen und so fuhren wir hin, obwohl es weit & die Strasse übel übel übel ist. Grundsätzlich ist es eine asphaltierte Strasse, nur von dem Asphalt ist nicht allzu viel übrig; und es ist ermüdend ständig schauen & entscheiden zu müssen welche Strassenseite ‚besser’ ist, welches Schlagloch weniger tief, zwischen schlecht, schlechter und am schlechtesten zu wählen. Wie dem auch sei, es war den Aufwand wert. Wir sahen das Reich Gottes zu den Menschen kommen, während sie das Leben Jesu sahen (zeigten den Jesus Film), durch Predigen, Lehre/Seminar in der Gemeinde … viele wurden (trotz der Zeremonien & Widerstände der Hexer) gerettet, geheilt, befreit … preisst den Herrn!!
Im Gefängnis…
Haben nach wie vor krasse Gunst dort … Der Gefängnisdirektor erlaubte mir sogar Samen von ‘cove staca’ von dort mitzunehmen, den alle hier wollen, man aber nirgends (zu kaufen) kriegt; zur Erklärung … das sind die grossen grünen Blätter, die man hier zum Maisbrei dazu isst; sie wachsen an einer Stange, die das ganze Jahr über immer wieder neue Blätter produziert. Haben ihn auch schon (auf dem neuen Grundstück) angepflanzt und hoffen, das die Kinder bald davon essen … Mehr und mehr der Verantwortlichen im Gefängnis kommen zu uns mit der Bitte um Gebet und werden geheilt. Auch diejenigen, die regelmässig an unseren Gottesdiensten teilnehmen sind kaum noch krank (völlig anders als noch vor nem halben Jahr) und das obwohl gerade Ende der Regenzeit ist, wo die Krankenhäuser wie immer völlig überfüllt sind, hier eine Coleraepedemie ist wie schon lange nicht mehr … . An einem Dienstag vor einigen Wochen als wir warteten, dass die Wächter die Zellen öffnen, damit die Häftlinge zum Gottesdienst können, bekam ich den Impuls unserem Pastor dort von dem Gefängnis in Argentinien zu erzählen, wo die Häftlinge 24 Stunden am Tag beteten und dem Resultat davon. So begann am 1.März 24/7 prayer … erstmal für 1 Monat, vielleicht aber auch auf Dauer. Bin gespannt, was daraus hervorgeht …

Im Krankenhaus … wir bleiben dran, sind nach wie vor regelmäßig dort & beten für eine sichtbare Veränderung, mehr Wunder, wollen das Krankenhaus leerer und leerer sehen …

Die discipleship group für junge Leiter läuft gut (2/3 der Zeit ist vorbei), die Wahrheit macht sie frei, sie gewinnen an Tiefe, der Glaube & die Leidenschaft aller wächst stetig, sie werden mehr & mehr wie Jesus … 🙂

Auch in Zimbabwe waren wir wieder … halfen einem befreundeten Pastor dort eine neue Gemeinde zu gründen, trainierten Pastoren & Leiter in Harare … kurz gesagt, es war eine gesegnete Zeit … wir wurden gebeten wiederzukommen…

Die Strassenkinder, auf dem neuen Grundstück … An einem Mittwoch Vormittag im Januar bekam ich eine sms von einem der Jungs, der mit mir schon lange mit den Strassenkindern arbeitet (Carlos) und seit letztem Jahr auf dem Gründstück lebt, um Sachen dort zu regeln und für die Kinder vorzubereiten … die Nachricht besagte ‚die Kinder sind bereits hier!’ … wo hier??’ war meine Frage … ‚hier in Augustinho Neto’ war seine Antwort … ‚wie bitte?????’ … ich rief ihn an (sowas lässt sich nicht per sms regeln) und er erklärte mir, die Kinder seien hier aufgetaucht und hätten ihm gesagt, ‚ sie wollen HIER bleiben’. Um dort hinzukommen waren sie immerhin 15km (!) zu Fuß gelaufen (ohne Schuhe)! Was tun?? Da es ein Mittwoch war (der Tag, an dem wir ihnen eine warme Mahlzeit geben), war eine meiner mosambikanischen Freundinnen bereits am kochen; so entschieden wir dort Mittag zu essen. Nach einem längeren Gespräch mit ihnen entschieden wir gemeinsam, diejenigen, die noch irgendeine Art Familie in der Stadt haben, die sich Sorgen machen könnten nehme ich wieder mit in die Stadt, die anderen können hierbleiben. Allerdings hatten wir zu dem Zeitpunkt lediglich ein leeres Haus, aber ich schätze alles ist besser als auf der Strasse zu schlafen, wo sie geschlagen, verjagt und ihnen noch das bisschen, das sie haben nachts weggenommen wird. Ihr Einzug bevor wir bereit waren zwang uns schnellstmöglich das nötigste zu besorgen … Strohmatten, Leintücher, Moskitonetze, Decken, Kleidung, grössere Töpfe, Teller, Tassen, Löffel, Maismehl und andere Lebensmittel für 3 Mahlzeiten am Tag, Schüsseln, Eimer, Seife und und und … sie hatten absolut nichts außer ein paar dreckige Lumpen am Leib. All das musste ich organisieren während wir die Fenster an das Haus anbrachten, Schlösser an die Türen, das 2.Haus im Bau, die Machessa in der Endphase … die Jungs stampften schnell ein Bad/Klo/Dusche im mosambikanischen Stil aus dem Boden … . Mittlerweile essen sie regelmäßig, duschen, haben saubere Klamotten an, spielen Fußball … und was wirklich wichtig war, wir konnten einen Schulplatz für alle bekommen, was alles andere als einfach war, da sie keinerlei Zeugnisse vorangegangener Jahre haben, noch sonst welche Papiere … Wir hoffen, dass das zweite Haus bald fertig wird … wir brauchen mehr Platz … .

Was den Papierkram für Loving the Nations betrifft … der Stapel ist nach wie vor auf dem Schreibtisch des Governers … gestern habe ich erfahren, dass er noch ein weiteres Papier vom Sozialamt will … bin sogleich hin und Gott gab mir übernatürliche Gunst … hoffe, alle Beteiligten tun, was sie gesagt haben … . Meine Aufenthaltsgenehmigung habe ich übrigens auch gestern abgeholt, richtig schnell dieses Jahr, nur 2 Monate … ;-‐) In meiner letzten Mail schrieb ich, dass ich glaube, Gott möchte, dass wir einigen Waisenkindern aus dem Stadtteil helfen in die Schule zu gehen. Wir boten an 10 Kinder zu sponsern, zahlten ihre Schulgebühren und gaben Plastiktaschen, Hefte, Buntstifte und was man hier noch so alles an Schulmaterial braucht. Das sprach sich natürlich im Stadtteil herum. Weitere Großmütter kamen mit den bei ihnen lebenden Waisenkindern. So wurde eine Warteliste gemacht und um es kurz zu machen am Ende sponserten und sponsern wir 25 Waisenkinder (zusätzlich zu unsere eigenen) … . Noch ne Story zum Schluss … Letzte Woche war ich in einem neuen Geschäft um Reis für die Kinder zu kaufen, hatten aber nicht den, den ich sonst immer kaufe. Jemand kam auf mich zu und versuchte mich zu überzeugen, die dort vorhandene Marke sei auch gut. Im Gespräch erwähnte ich der Reis sei für die Kinder. Er fragte nach, wo sie wären, wie viele … . Dann ging es wieder um den Reis, welchen ich wollte; ehrlich gesagt gar keinen von den dort vorhandenen, war mir zu teuer und ich wollte lieber den mir bekannten, von dem ich weiß, dass er gut ist; aber ich hörte mich sagen ‚wenn einen, dann den’ (auf einen der 25kg Säcke zeigend). Der Mann fragte noch mal nach, ob der Reis für die Kinder sei und ich bejahte. Dann meinte er zu dem Geschäftsbesitzer ‚einen Sack Reis dieses Typs’. Ich wollte schon widersprechen, da ich ja keinen kaufen wollte, aber bevor ich dazukam meinte er, ‚ lass mich den Reis für die Kinder kaufen’. Er zog seinen Geldbeutel heraus und bezahlte. Hm. So verließ ich das Geschäft mit einem Sack Reis, bezahlt von jemand, den ich noch nie zuvor getroffen hatte, nicht kannte … Gott versorgt auf verschiedene Arten & Weisen … 🙂

Gott ist gut, allezeit!

Grüsse aus Mosambik,

Claudi

Januar 2015

Liebe Freunde,
Ich hoffe, ihr hattet schöne Weihnachtstage & habt Jesu Geburtstag ausgiebig gefeiert …
Ich war (wie immer) bei den Kindern & wir hatten definitiv Spaß :-). Vormittags gab’s die Weihnachtsgeschichte, damit auch alle wissen, worum es geht und warum es Geschenke gibt. Zum Mittagessen gab’s Spagetti & Hühnchen & Salat (was hier das Festmahl ist) & diesmal was ganz besonderes zum 1. Mal in ihrem Leben gab es Eis zum Nachtisch (der Manager von Shoprite (unser Supermarkt hier) hat mir extra bescheid gesagt als der Lkw aus Südafrika ankam, so konnte ich auch gerade noch eine der 5l Boxen ergattern). Mehr als satt freuten sich nun alle aufs Aufmachen der Geschenke, neue Klamotten, Schuhe, Handtücher für alle, ein Päckchen mit Capies aus Deutschland …
Wie immer war einiges los seitdem ich euch das letzte Mal geschrieben habe, ich erzähle euch mal ein bisschen …
Im November hatte ich Besuch aus Deutschland 🙂 und nachdem ich mein Seminar in Manica (Thema Berufung) beendet hatte haben wir die Nacht im ‘Casa Messica’
verbracht … da gab es wenigstens Wasser und wir konnten mal die Haare waschen … nichts ist selbstverständlich auf dieser Welt 😉 … ja, jedenfalls kam der Besitzer an unserem Tisch vorbei, als wir gerade beim Abendessen waren und (wie immer, wo ich auftauche) erzählte mir von seinen momentanen Schwierigkeiten dort und meinte dann zum Schluss, ich sollte an Weihnachten wieder kommen, worauf ich antworte, da sei ich bei den Kindern. „Bring sie hierher!“ meinte er, worauf ich erstmal nicht wusste was am besten antworten, weil wer soll das bezahlen? Schön wärs ja schon … . Dann fragte er mich, wie viele Kinder ich hätte. „15 im Kinderheim und 15 leben noch auf der Strasse“.  „Bring sie alle hierher, ich lade sie auf ein Essen ein“. Jetzt wurde es interessant. Um eine lange Geschichte kurz zu machen, er meinte es wirklich ernst und am 18. Dezember war ich mit all den Kindern und noch ein paar Erwachsenen zum  Mithelfen dort, und wir wurden nicht nur auf ein Essen eingeladen, sondern Mittagessen, Abendessen, eine geführte Wanderung durch den Park, durften im Pool schwimmen, die Nacht dort verbringen und ein leckeres Frühstück gab es auch noch!!

Als wir beim Abendessen waren kam jemand von den Leuten, die aufgrund der Einladung zum Abendessen bei Kerzenlicht & Weihnachtsliedern usw. gekommen waren, auf mich zu und fragte ob er Getränke für die Kinder kaufen dürfe … natürlich, nur zu … . Jetzt stellt euch vor diese Kinder haben noch nie in einem Restaurant gegessen, sind noch nie in einem Pool geschwommen und haben noch nie in einem Hotel geschlafen … was für ein Spaß!! Die Jungs vom Team haben mir erzählt, sie seien vor dem ins Bett gehen vor lauter Freude auf den Matratzen rumgesprungen (der Besitzer muss ja nicht alles wissen) … bis heute reden sie immer noch über ihre Erlebnisse dort …. UND wir sind eingeladen wieder zu kommen … 😉

Ursprünglich meinte der Besitzer, sie würden die Kerzen verkaufen, um damit dann wenigstens das Personal zu bezahlen, das die Zimmer reinigt (was völlig okay gewesen wäre), aber an dem Abend entschied er sich spontan um, begeistert von den Liedern, die unsere Kinder für die Gäste sangen, und gab mir das Geld, um damit was für die Kinder zu kaufen (daher die Hähnchen & das Eis bei der Weihnachtsparty), so gingen wir also sogar noch mit Geld nachhause … wow … Gott … 🙂
Auf dem neuen Grundstück…
Das 1. Haus ist so gut wie fertig (fehlen nur noch Fenster & Türen, das Haus an sich steht), wir bauen nun das „Bad/Dusch/Klohaus“, haben mit dem 2. Haus begonnen, bauen eine riesige Machessa als Aufenthalts-/Eß-/Gebets-/Lehr-/und was weiss ich noch alles Raum, african style mit Strohdach – und das alles gleichzeitig – alles bisschen der Wahnsinn, und das während der Regenzeit – aber wir brauchen einfach alles gleichzeitig, muss also irgendwie funktionieren. Wir hoffen sehr, dass die ersten Kinder während der ersten zwei Januarwochen einziehen können, weil da hier das Schuljahr anfängt und ich sie dieses Jahr in der Schule sehen will, ich nicht möchte, das sie noch 1 Jahr verlieren. Keine Ahnung, wie wir das alles finanzieren, aber wenn Gott uns das Geld gibt diese
Häuser zu bauen, diese Kinder anvertraut, dann weiss Er auch, dass sie täglich was zu essen brauchen (was wohl die grösste Ausgabe ist, soweit ich das beurteilen kann); dann ist es nicht mehr ein warmes Essen pro Woche, so wie bis jetzt, sondern 3x täglich, aber ich glaube das wird … .

Abgesehen davon habe ich dem Stadtteilleiter (im Glauben) versprochen, dass wir 10 Kinder aus dem Stadtteil sponsern werden, die im vergangenen Jahr nicht in der Schule waren, weil sie sich die Schuluniform, Schulmaterial usw. nicht leisten konnten. Ich hatte den Eindruck, dass Jesus das möchte, dass wir auf die Art ein Segen für den  Stadtteil sind, ein kleiner Anfang, aber immerhin … .
Im Gefängnis …
hatten eine weitere Taufe im November – wir feierten das Ende des alten Lebens, der alten Gewohnheiten ohne Gott und den Beginn des neuen Lebens mit & für Gott … 🙂 am 23. Dezember hatten wir das Privileg den diesjährigen Weihnachtsgottesdienst zu übernehmen … ich hatte für 500 Häftlinge vorgeschlagen, was ich schon ziemlich viel fand, aber als ich mit dem Direktor sprach fragte er mich, ob nicht das gesamte Gefängnis teilnehmen könnte, was momentan gute 800 Leute sind … wegen mir … klar …; um es , ́kurz zu machen, es war der Hammer, was für eine Gnade, ALLE Häftlinge auf einen Haufen, auch die Moslems und ich durfte die  Weihnachtsbotschaft & das Evangelium predigen … sie hörten aufmerksam zu … und viele viele entschieden sich zum ersten Mal ab jetzt mit Gott zu leben … . Dann gab es Brot & Saft für alle (ein typischer Snack hier) … .

Und all das passiert inmitten von riesigen Schwierigkeiten, Verleumdung, kaum Wasser (gerade nur ca. alle 3 Tage und da auch nur kurz & wenig), da nutzt mir meine Waschmaschine auch nichts ;-), mir die Augen von der Sonne weh tun, während ich mehr Zeit als mir lieb ist in der Autowerkstatt verbringe und trotzdem nichts vorwärts geht, das Auto nicht gerichtet ist, mein ältester Hund das zeitliche gesegnet hat (der erste, den ich hatte) … aber wie dem auch sei, Gott hat uns keinen Rosengarten versprochen, nicht behauptet, das Leben wäre immer leicht, aber dass Er mit/bei uns ist, uns Kraft & Gnade schenkt und wir überwinden!!
Im Krankenhaus …
bleiben dran … das Team hat sich vergrössert – echt eine Gebetserhörung!

Jugendgottesdienst …
Weiterhin jeden 1. Sonntagnachmittag im Monat und jedes mal super … bin stolz auf „mein“ Team, sind echt Helden! Hatten letzten Sonntag ein Treffen, bei dem es darum ging ob/wie weiter, einfach weil nun wieder 1 Jahr zu ende und somit ein guter Zeitpunkt für Feedback ist und alle einstimmig waren der Meinung wir machen weiter. Hier in Chimoio gibt es sonst auch nichts vergleichbares, jede Gemeinde macht ihr Ding und das, was es an gemeinsamen Treffen für Jugendliche gibt, da wird nur zusammen gesungen, aber eher keine Anbetung, auch kaum Gebet, geschweige denn Message. Kriege auch immer wieder mit, dass die Jugendlichen, die regelmäßig kommen mehr und mehr mit Jesus unterwegs sind und das auch in ihre Gemeinden reinbringen, was ja der Sinn & Zweck der
Sache ist … 😉

Ausserdem habe ich eine Discipleship group für junge Leiter begonnen, jeden 2.
Sonntag abend um 18 Uhr für 6 Monate; war nicht meine schlaue Idee, sondern
Anweisung von oben; bekam auch gleich eine komplette Liste der Themen, um die es gehen soll; die Teilnehmerzahl ist auf 15 Leute begrenzt und ich glaube, die dabei sind sind genau die richtigen. Bis jetzt hatten wir drei, und die waren super gut & intensiv … .

Pastoren & Leitertraining für die an Iris angeschlossenen Gemeinden habe ich ebenfalls begonnen, jeden ersten Samstag im Monat. Ich war überrascht wie viele kamen, hungrig mehr zu wissen, Gott & die Bibel besser kennenzulernen … .

Eine weitere Gelegenheit, eine weitere Tür, die Gott mir vor kurzem geöffnet hat … gibt eine Gemeinde hier in Chimoio, die ‘Embaxada’ (zu deutsch Botschaft) heisst, wohl gerade die am schnellsten wachsende Gemeinde hier (haben vor 3 Jahren begonnen) … . Ich war bei einem Gottesdienst am Mittwoch abend (also unter der Woche) und es waren mehr als 1000 Leute dort; einer meiner Teammitglieder und Freunde ist gut mit dem Leiter befreundet und hat ihm wohl immer wieder von mir erzählt, sodass er mich gebeten hat doch mal zu kommen um mich kennenzulernen. Eigentlich hatte ich tausend andere Sachen zu tun, aber irgendwas (oder besser irgendwer) brachte mich dazu nachdem ich bei den Strassenkindern war alles andere stehen & liegen zu lassen und statt dessen dort
hinzugehen. Nach dem Godi lud mich der Leiter zu einem Gespräch ein, es war kurz, vielleicht 10 Minuten, und obwohl ich zu der Zeit gerade selber etwas Ermutigung hätte brauchen können gab mir Gott Worte ihn zu ermutigen und innerhalb von Minuten entschied er (Gott hätte ihm das gesagt behauptete er), dass ich die 1. Person bin, der er erlaubt seine Leiter zu lehren (ca 150 Leute), nicht weil ich weiss bin (sind schon viele Weisse vorbeigekommen meinte er), sondern wegen meiner Demut & ‚Einstellung’ und weil er glaubt, ich hätte der Gemeinde was zu geben, was ich lebe. So war ich letzten Freitag eingeladen, was auch immer ich auf dem Herzen hätte dort zu lehren/weiterzugeben … wir begannen um 16 Uhr und endeten um 22 Uhr, nichts ist kurz dort, und nicht weil ich so lange redete, sondern weil Gott wirkte … war/ist echt ein Privileg & eine grosse Ehre …

Noch kurz ein praktisches Wunder von letzteter Woche …
Ich musste zum Tüv (ja, sowas gibt es hier; die meisten gehen zwar nicht hin, weil ihre Autos eh durchfallen würden, aber dann muss man jedes mal die Polizei schmieren, wenn man angehalten wird, wozu ich keinen Bock habe, steh mehr auf legal als auf Bestechung) … hatte euch ja schon gesagt, dass ich Stunden & Tage erfolglos in der Autowerkstatt verbracht habe … und mein ‚es stimmt was nicht mit dem Motor Licht war immer noch an’ … konnte am Schluss auch zwischen dem Ausflug nach Messica, den Weihnachtseinkäufen und der Missionarsweihnachtsfeier (für die ich auch noch verantwortlich war) einfach keine Zeit mehr finden, die Spur einstellen zu lassen … so hab ich dann einfach beschlossen Gott muss sich drum kümmern, kann jetzt auch nichts mehr machen und Bestechungsgeld werde ich keines zahlen … . Ja, jedenfalls sah der Prüfer über das eindeutig zu sehende Motorsymbol hinweg, die verstellte Spur nahm er nicht zur Kenntnis und zu allem Überfluss gingen die Scheibenwischer nicht, die eigentlich bevor ich das letzte Mal in der Werksatt war noch funktioniert hatten … grr … wie dem auch sei, es war das allererste Mal von all den Malen, wo ich dort war, dass einfach nur das grüne Papier aus dem Computer kam ohne  irgendwelche aufgelisteten Mängel – verrückt – danke Jesus! Bei all den Polizeikontrollen, die es hier während der Weihnachtszeit gibt, hat man besser das Papier …
Grüsse aus Mosambik & ein gesegnetes neues Jahr,
Claudi