Dezember 2018 Weihnachtsgrüße

Liebe Freunde, ich hoffe ihr hattet schöne Weihnachten und habt Jesu’ Geburtstag ausgiebig gefeiert …

Unsere Kinder waren für 2 Wochen in Sussundenga, wo 2 unserer Felder sind und haben an den Vormittagen hart gearbeitet, damit dass mit unserem eigenen Mais nächstes Jahr auch was wird 😉 . An den Nachmittagen waren sie angeln, Fußballspielen, baden, einfach entspannen … war mal eine gute Erfahrung, wie das mosambikanische Leben hier so ist, hatten aber auch viel Spaß und ich denke es war gut, mal rauszukommen, was anderes zu sehen.

Wie ihr euch wahrscheinlich vorstellen könnt, war es ein ganz schöner Aufwand alles zu organisieren, was eine Gruppe von 18 Leuten für 2 Wochen braucht. Es durfte nichts fehlen, weil da, wo sie waren gibt es nichts zu kaufen. Voll bepackt mit Decken, Plastikplane (damit es nicht durch das Strohdach regnet), Lebensmitteln, 2 großen Kochtöpfen, 20 Liter Wasserkanister, Eimern zum duschen u.v.m.zog die Truppe los … .

Rechtzeitig für alle Weihnachtsfeierlichkeiten waren dann alle auch wieder zurück … und wir hatten eine mega Weihnachtsparty!! Es fehlte nichts, was den Menschen hier wichtig ist … neue Kleidung für alle, Flip Flops, Süßigkeiten, Kekse, Chips, nette Seife, ein Geschenk, Kopfkissen für alle, ein neuer Fußball, ein riesiges Festessen mit Softdrinks, Deko … und ein Fernseher mit USB-Anschluss 😊 .

Auch in dem Kinderheim von Iris, wo ich am 25.12. war, waren alle begeistert über die kleinen Geschenke, von denen ich dachte, dass sie echt nichts besonderes wären.

Am 26.12. waren wir wieder in Casa M’sika … diesmal kamen die Zebras zu uns, direkt vor das Haus, wo wir übernachteten … .

Die Kinder hatten Spaß … es gab Spiele, Schwimmen im Pool, massenhaft Fleisch (was hier sehr wichtig ist), die Krokodile wurden besucht und viele hatten natürlich noch nie in einem Hotel übernachtet … .

Kurz vor Weihnachten haben wir noch 3 neue Kinder aufgenommen, die wir auch noch irgendwie ernährt bekommen … 2 Mädchen (13 und 6 Jahre), 1 Junge (3 Jahre) … beide Eltern gestorben, waren bei irgendeinem Großvater, der ständig betrunken war und sich kaum kümmerte. Eigentlich nehmen wir erst Kinder ab 6 Jahren (Schulalter) auf, weil wir nicht ausreichend Mitarbeiter haben, die kleinere brauchen, aber das kleinste bei dem Großvater zu lassen war auch keine Option. Müssen halt alle zusammen helfen … .

Jetzt fehlen noch die Partys in beiden Kinderheimen am 1. Januar. Da gehört sich auch noch mal ein kleines Fest hier … .

Wir sind Gott sehr dankbar, dass wir wieder einen großen Weihnachtsgottesdienst im Gefängnis feiern durften. Eigentlich hatten sie uns diesmal nur 300 Häftlinge genehmigt, aber am Ende waren es doch über 500, was echt ein Wunder ist, da die Mauer an 3 Stellen bei einem Unwetter eingestürzt und noch nicht wieder hochgezogen ist. Alle anderen Events sind abgesagt, keine Besuche, nicht mal die Taufe mit nur 50 Leuten einer anderen Gemeinde wurde erlaubt.

Wie auf den Fotos zu sehen ist hat die Gemeinde dort ausgiebig gefeiert, ich habe die Weihnachtsbotschaft gepredigt, wer wollte bekam Gebet … und anschließend wurden noch ein paar Kleinigkeiten an alle verteilt.

Nachmittags ging’s ins Frauengefängnis, wo wir erstmal alle von Kopf bis Fuß nass wurden, aber Gott sei Dank hinderte das weder den Gottesdienst, noch die anschließende Verteilung der Dinge, die wir mitgebracht hatten … . Auch dort große Freude … 😊 .

Hier ist es gerade super heiß, sogar mir lief heute das Wasser runter, was echt selten ist, d.h. mit Schneemann, Tannenbaum, Glühwein etc. ist hier gerade eher weniger, aber ein paar nette Freunde haben mir Lebkuchen geschickt – immerhin etwas von dem, was wir so gewohnt sind 😉 .

Aber wie dem auch sei, Weihnachten mit den Kindern war sehr schön 😊 .

Soviel mal in Kürze …

Wir wünschen euch einen guten Rutsch in ein gesegnetes 2019!

Gott mit euch!

Liebe Grüße aus Mozambique!

Claudi & Camilo

November 2018

Ein paar Lebenszeichen 😉

Liebe Freunde ,
unseren Kindern geht es gut … freuen sich auf die Ferien und sind zu meinem Erstaunen alle heiß darauf nach Sussundenga zu fahren, wo zwei unserer Machambas (Felder) sind, um dort einige Wochen zu sein und bei der Vorbereitung der Felder für die Aussaat des Mais mitzuhelfen.

Eins unserer Kinder, das mit Gewalt & Drohungen durch seinem Onkel gezwungen wurde, mit ihm unser Kinderheim zu verlassen, um dann für ihn zu arbeiten (anstatt in die Schule zu gehen), kam zurück. Diesmal haben wir ein Dokument vom Sozialamt organisiert, dass es ihm nicht leicht machen wird, das gleiche noch mal zu tun.

Die Arbeit mit Straßenkindern

ist herausfordernd, aber in letzter Zeit sehe ich mehr & mehr Veränderung, was mich echt begeistert.

Ansonsten sind wir weiterhin im Papierkrieg, um unser Kinderheim aufs neue zu legalisieren … .

Unsere Hunde haben inzwischen wieder ein normales Gewicht und wir haben einen neuen süßen und sehr klugen Welpen.

Die Arbeit im Gefängnis geht weiter. Am 9. Oktober hatten wir einen weiteren Tauftag mit vielen entschiedenen Häftlingen, den alten Lebensstil hinter sich zu lassen und von jetzt an mit Jesus zu leben.

Im Krankenhaus …

Während wir in Israel waren, wurde die alte Krankenhausleitung ausgetauscht und von der neuen gab es neue Regeln, die wohl eine Zeit lang in manchen Teilen des Krankenhauses das Beten für die Kranken schwierig machten, aber inzwischen ist wieder alles normal. Wir haben auch unser Dokument erneuert, so dass wir die Unterschrift der aktuellen Direktorin haben. Seitdem hat uns allerdings keiner mehr danach gefragt … aber falls … .

Auch die Jugendgottesdienste gibt es weiterhin … jeden 2. Sonntagnachmittag im Monat, d.h. heute ist wieder einer … .

Letzten Samstag waren wir auf einer Hochzeit von guten Freunden, die allerdings in Mocuba (Zambezia Provinz) geheiratet haben, was über 12 Stunden Busfahrt one way auf einer kaum noch zu befahrenen Straße bedeutete. Teilweise wich der Bus auf irgendwelche Schleichwege aus, weil die Schlaglöcher mittlerweile so tief sind, dass der Bus stecken bleiben würde – crazy!

Da wir schon »im Norden« waren, nutzten wir die Gelegenheit am Sonntag wiederum ganz früh aufzustehen und mit einem Bus nach Quelimane zu fahren, um dort eine Gemeinde zu besuchen und zu predigen. Vor 1 1⁄2 Jahren waren wir 10 Tage in der Gegend gewesen und es war schön, ein bisschen der Früchte unserer Arbeit zu sehen. D.h. Lehre und Predigten gehen weiter … . Am Montag dann erneut um 4:30 Uhr im Bus Richtung Süden … . Wir hatten extra gleich am Sonntagmorgen Tickets für den Bus am Montagmorgen nach Chimoio gekauft, um auch halbwegs vernünftige Sitzplätze zu kriegen, um dann am Sonntag Abend einen Anruf zu bekommen, dass der Bus nicht fahren würde, weil er nicht komplett voll wäre … grr … das bedeutete auf den Bus nach Maputo auszuweichen, sonstwo hinten zu sitzen, auf halber Strecke aussteigen und dann schauen, wie wir am besten nach Hause (nach Chimoio) kommen. Der Bus war so voll, dass man sich im Gang kaum bewegen konnte. Wir saßen, allerdings sehr beengt, bei über 40 Grad ohne Klimaanlage, dann hatte der Bus noch ne Panne, was bei der Straße auch kein Wunder ist, aber wir kamen noch am selben Tag zuhause an – Halleluja!

Um meinen Geburtstag

rum waren wir für ein paar Tage in Savanne am Meer, wo es wie immer sehr schön war (siehe Foto ;-)). Was nicht so cool war … kurz bevor wir kamen war die Wasserpumpe kaputt gegangen, so dass nix mit ner richtigen Dusche war, auf die ich mich zur Abwechslung mal gefreut hatte …

Auf dem Hinweg hatte ich das Privileg auf dem letzten Stück Wegstrecke vorne in der Kabine zwischen dem Fahrer und einem anderen Mann zu sitzen und wir redeten über Gott. Hier glauben ja die meisten irgendwie an Gott, die Frage ist nur, was das mit ihrem Leben zu tun hat bzw. wie viel Raum Gott tatsächlich in ihrem Leben hat. Jedenfalls wollte der Fahrer am Ende unbedingt Gebet um mit dem Trinken aufzuhören … ihm war auch klar, wie sehr seine Frau und 6 Kinder unter seiner Sucht litten … er gab sein Leben neu Gott hin … was aus ihm geworden ist weiß nicht … haben mal unseren Teil getan und gebetet … .

Liebe Grüße aus Mozambique!

Claudi & Camilo

Mai 2018

Hallo ihr Lieben,
wir sind wohlbehalten zurück aus Israel ;-­) und sehr dankbar für die Zeit dort. Es war alles andere als einfach, ein Visum für Camilo zu bekommen … am Flughafen in Johannesburg wurden wir über eine Stunde ‚interviewt’ … außer beten fiel uns am Schluss nichts mehr ein … wir waren die letzten beiden Passagiere, die an Board gehen durften … in Israel morgens um 6 Uhr angekommen mussten wir noch mal 5 Stunden warten, bis wir schließlich & endlich nach einem nochmaligen ‚Interview’ ins Land einreisen durften (alle, die Visas brauchen müssen, durch diesen Prozess) … wir Deutschen wissen oft gar nicht, wie privilegiert wir sind, einfach fast überall einreisen zu dürfen … jetzt, wo ich mit Camilo verheiratet bin, erlebe ich hautnah etwas von der anderen Realität, wie man behandelt wird, nur weil man einen afrikanischen oder asiatischen Pass hat … aber wie dem auch sei, wie unser Trauspruch sagt, ‚in alledem überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat’ (Röm 8,37)!

Endlich in (!) Israel wollten wir nur noch unsere Rucksäcke schnappen und dann zum Hostel, um festzustellen, dass zwar wir da waren, aber nicht unser Gepäck … grrr … aber nach unzähligen Anrufen, Stunden in Warteschleifen am Telefon und viel Gebet kam auch das noch (allerdings nicht am nächsten Tag, sondern nach fast 1 Woche)! Wer den Flughafen in Johannisburg kennt weiß, dass dort nicht selten Gepäck verschwindet, von daher, Gott sei Dank …!! Wie ihr wisst, war ich schon viel in der Welt unterwegs, auf allen Kontinenten, aber noch nie in Israel. Immer, wenn ich eine Gelegenheit, offene Türen gehabt hätte nach Israel zu reisen, erlaubte es mir Gott nicht, in den letzten Jahren mit der Ansage, ich werde dort hinkommen, würde meine Hochzeitsreise dorthin machen. Diese Ansage war für mich völlig absurd, da ich ja weder Hochzeitspläne, noch einen Mann in Sicht hatte und ich mich zwischendurch fragte, ob ich spinne, aber wie immer hat Gott seine Zusage erfüllt. Als ich Camilo vorschlug, unsere Hochzeitsreise nach Israel zu machen, war er sofort hellauf begeistert, war schon seit langem sein Traum gewesen … .

Es war ein Privileg für uns gemeinsam in Bethlehem und Nazaret zu sein, in Kapernaum (wo Brot & Fisch vermehrt wurden), in Kana (Wasser in Wein verwandelt), am See Genzaret, am Jordan (wo Jesus getauft wurde), am Roten und am Toten Meer, in Jerusalem, Jericho und vielen anderen Orten. Seitdem lesen wir die Bibel mit ganz anderen Augen, weil wir nun die Orte vor Augen haben. Danke, Jesus! Und danke euch allen, die uns zu unserer Hochzeit beschenkt haben und unsere Hochzeitsreise möglich gemacht haben!

Wieder zuhause fanden wir alles wohlbehalten vor, alles noch im Haus, Hunde am Leben, Kinder gesund … freuen sich schon auf den 1.Juni, Tag des Kindes, an dem es immer ein großes Fest gibt, neue Klamotten & Schuhe für alle, ein kleines Geschenk, Süßigkeiten … . Der Rohbau des Hühner-­ und Schweinegeheges steht, fehlen noch die Dächer und ein paar andere Kleinigkeiten. Gibt noch tausend Sachen zu organisieren bevor wir diesen Sommer nach Deutschland kommen, aber irgendwie werden wir es wie immer schaffen.
Unsere stadtweiten Jugendgottesdienste sind weiterhin super gesegnet, mit einer spürbaren Gegenwart Gottes. Letzten Sonntag hatten wir wieder einen (jeden 2.Sonntag im Monat).
Die Arbeit im Krankenhaus und Gefängnis ist hart umkämpft, aber wir bleiben dran, gehen weiter, den Gegenwind spürend … betet für uns & das Team …

Aus Israel zurück, blieben wir nicht lange zuhause (schafften es nicht mal unsere Wäsche zu waschen, was aber auch daran lag, dass es kein Wasser gab), lediglich 1 Woche, in der sich Camilo organisieren musste, was er in 1 Monat in der Schule verpasst hatte, mit den Lehrern reden, ihm noch eine Chance mit extra Tests zu geben, während ich mich mit verschiedenen Leuten traf, Sachen im Gefängnis, für die Kinder, mit den Wächtern, Camilos Visaanträge, Termine auf den Botschaften, Bustickets, was zu essen, unsere Rucksäcke … organisierte … dann auf nach Maputo, die 1 Woche Ferien ausnutzen, damit Camilo nicht noch mehr Schule verpasst … die 2 Monate in Deutschland, in denen er nicht da sein wird brauchen noch einige andere Wunder … . Bzgl. des Busses, mit dem wir fuhren kein Kommentar, jedenfalls kamen wir, nachdem wir um 4 Uhr morgens losfuhren, Sonntag Nacht um 11 Uhr in Maputo an … unsere Freunde in Maputo konnten uns leider nicht abholen, weil ihr Auto nicht ansprang, Taxis um die Uhrzeit bei den Entfernungen unbezahlbar … in der Hoffnung auf einen öffentlichen Bus machten wir uns mit unserem Gepäck auf den Weg (erstmal 3km durch teilweise stockdunkle Gegenden laufen) … dabei wurden wir von der Polizei aufgegriffen, was wir denn hier um die Uhrzeit machen würden … nach der Ausweiskontrolle und einer Erklärung war alles okay … einer der beiden Polizisten entschied sich uns bis zur ‚Bushaltestelle’ zu begleiten, was auch gut so war, denn sonst hätten wir sie nicht gefunden, keinerlei Kennzeichnung und komplett im Dunkel, einfach an einem bestimmten Straßenteil … Bus kam keiner, aber nach 1 Stunde netter Gespräche mit dem Polizisten kam ein Auto, aus dem 4 Personen ausstiegen, die in die andere Richtung wollten. Der Polizist ‚unterhielt sich’ mit dem Fahrer und ich sagte zu Camilo, lass uns fragen, ob er nicht in die Richtung fährt, in die wir müssen … leider nein, aber er erklärte sich bereit uns in die entgegengesetzte Richtung dahin zu bringen, wo wir hin mussten … Bus war noch keiner vorbeigekommen, aber auf die eine oder andere Weise kümmert sich Gott schon immer um uns ;-).

Am nächsten Morgen auf zu den Behörden … innerhalb von 5 Tagen mussten wir es schaffen Camilos Nachnamen zu ändern, einen neuen Ausweis zu bekommen, damit einen neuen Pass, sowie ein Visum für Deutschland und Amerika im Pass … dass das eigentlich völlig unmöglich ist, war uns auch klar, aber wir wissen auch, dass mit Gott alle Dinge möglich sind … und so war es auch! Wir begannen Montag morgen und am Freitag Mittag hatten wir ALLES!! Kann euch bei Gelegenheit noch mehr dazu erzählen, sind ja bald im Schlaraffenland … ;-). Wir kommen am 14.6 in Nürnberg an … schreibt, ruft an, meldet euch irgendwie, wir hoffen, so viele wie möglich von euch zu sehen. Über Predigteinladungen oder ähnliches freuen wir uns auch … sagt bescheid … Ganz liebe Grüsse aus dem kalten ( 🙁 ) Mozambique …

Bis bald, Segen euch allen!!
Claudi & Camilo

März 2018

Liebe Freunde,

wir sind Gott dankbar für die Gunst, die wir im Gefängnis und Krankenhaus haben … zu sehen, wie Gott leben verändert, Menschen geheilt und befreit werden …, die vielen Gelegenheiten Gottes Wort und Seine Liebe praktisch weiterzugeben …

Auf dem Mädchengrundstück ging einiges vorwärts … die Häuser sind alle fertig gebaut … nur Fenster & Türen müssen noch angebracht werden … wenn der Schreiner zwischendurch nicht verschwunden wäre …. dann hatte der Schweißer die Miete nicht bezahlt und die Vermieterin gab das Material nicht raus … wie das halt hier so ist … aber ich denke langsam wird’s …

Im Moment kommt das Dach auf die beiden Machessas drauf (Aufenthaltsräume african style) und falls wir Geld haben werden wir wie auf dem Jungsgrundstück auch eine halbhohe Mauer um das Grundstück ziehen und diese dann mit einer Dornenhecke ergänzen.

Auf dem Jungsgrundstück ist unser Baumeister gerade dabei ein Hühner- und ein Schweinegehege zu bauen. Das bisherige Hühnergehege fiel einem Unwetter hier zum Opfer … war aber eh nur eine vorübergehende Lösung … . Dann müssen wir noch irgendwo Schweine und mehr Hühner finden … .

Unseren Kindern geht es gut. Inzwischen sind die Ferien vorbei und alle wieder in der Schule. Wir haben ein neues Kind, der Vater im Gefängnis, die Mutter wollte den Jungen nicht mehr, so war er beim Großvater, der ständig besoffen war und ihn schlug, sodass er schließlich lieber auf der Strasse war als „zuhause“ … . Ist echt ein netter … .

Der Schulanfang ist hier jedes Jahr wieder ein Event, bis alle einen Platz in der Schule haben … es gibt neue Schulrucksäcke, Schulmaterial für alle, Uniformen … und wir unterstützen ja gerade als Verein auch noch 50 Kinder aus dem Stadtteil, die sonst nicht zur Schule gehen könnten. Bevor alles ausgegeben wird muss erstmal alles besorgt werden, ist aber den Aufwand wert … 😉

Die von der Gesundheitsbehörde waren da. Ich hatte von anderen gehört, dass sie mega kompliziert sind, war aber gar nicht schlimm. So haben wir nun das Papier, das bestätigt, dass wir die gesundheitlichen Standards erfüllen. Haben lediglich eine Kleinigkeit bemängelt und wollten auch kaum was sehen …

Die anderen Papiere sind in Arbeit …

Landwirtschaftsprojekte

Wir haben mittlerweile 4 große Felder, 2 im Landkreis von Sussundenga und 2 im Landkreis von Macate. Das letzte war eigentlich nicht geplant, aber das Angebot zu gut um es auszuschlagen. Im Januar/Februar hat hier kaum jemand Geld (die Ernte des letzten Jahres ist lange vorbei, das Dezembergehalt für Weihnachten ausgegeben und das Januargehalt wird für die Schuleinschreibung + Schulmaterial gebraucht … falls jemand einen Job hat und derjenige in der Familie kann dann auch gleich noch die Kinder der gesamten Verwandtschaft, die keine Arbeit hat, mitfinanzieren. Da bleibt nicht mehr viel … . Ja jedenfalls brauchte jemand dringend Geld, weil sein Sohn eine Minderjährige geschwängert hat und hat sein Feld von ca. 3 Hektar, das direkt an einer Strasse liegt für ca. 370 Euro verkauft. Allein die Bananen, die bereits darauf existieren sind locker das Geld wert. Den Rest des Grundstückes haben wir bebaubar gemacht und

sind gerade noch dabei Bananen anzupflanzen (ca. 2500 Bananenstauden). Damit sollte das Calcium unserer Kinder auch gesichert sein … 😉
Auch auf den anderen Feldern wird fleißig angebaut … Mais, Süßkartoffeln, Maniok, Cachews, Litchies, Orangen, Bohnen … . Die Herausforderung dabei ist, dass wir gerade mega investieren müssen und das dabei momentan irgendwas herauskommt, zeit- und geldmäßig, aber wir glauben doch das es langfristig eine gute Idee ist …

Im Januar waren wir 10 Tage in Malawi, mal bisschen ausspannen & Zeit für uns … seht das nette Foto von Camilo am Malawisee … 😉

Wir haben einen neuen Aushilfswächter 😉 für unser Büro …
Nachdem wir monatelang keinen hatten tauchten auf einmal zwei auf …
die Schwierigkeit hier war nicht irgendjemanden für den Job zu finden, sondern jemand, der nicht nur zum Schlafen herkommt, auch tatsächlich die Arbeit tut und vor allem nichts vom Grundstück entfernt, wenn wir nicht da sind … jetzt hoffen wir mal, haben aber ein gutes Gefühl …

Wir freuen uns auf Israel … normalerweise macht man seine Hochzeitsreise ja gleich nach der Hochzeit, aber was ist bei uns schon normal ;-)? Dafür sind wir gleich 4 Wochen in Israel … so lohnt sich der super teure Flug von hier auch etwas … .
Das Visum von Camilo war nicht ganz einfach. Als schon alles auf der Botschaft (in Angola) war bekamen wir einen Anruf vom Konsulat in Maputo, dass sie Camilo das Visum verweigern. Ist wohl gerade generell schwierig Visas für Israel zu bekommen. Wir Deutschen sind echt privilegiert in so viele Länder einfach so einreisen zu können. Nachdem es hier kein Reisebüro gibt, das Hotelreservierungen macht und meine Kreditkarte von der Bank blockiert war, weil ein polizeilicher Verdacht vorlag, dass angeblich Dritte meine Daten hätten habe ich schließlich in Deutschland bei meinem Reisebüro angerufen, Ihnen den Sachverhalt erklärt und sie um Hilfe gebeten. Die haben mir dann Gott sei Dank innerhalb von 2 Stunden Hotelreservierungen für die Zeit in Israel geschickt, die ich dann weitergeleitet habe. Oftmals suchen sie nur irgendwas, um dir das Visum nicht zu geben. Wir haben unser mögliches getan, während wir den Himmel bestürmten und Gott ihre Herzen bewegte. Der Pass mit dem Visum ist nun sicher wieder aus Angola zurück und in unseren Händen – preist den Herrn!

Die andere Herausforderung war wie gesagt meine Kreditkarte. Nach langem Hin- und Her waren sie schließlich bereit mir einen neue hierher zu schicken, aber nicht an mein Postfach, was der halbwegs sichere Weg gewesen wäre, sondern mit TNT, die es hier nicht gibt, sodass ich keine Ahnung hatte, wo wohl der Umschlag ankommen könnte, wenn denn. Die von der Bank meinten, sie hätten doch meine Adresse angeben. Die Idee ist gut für Deutschland, nur hier kennt niemand irgendwelche Adressen, noch wird hier jemals irgendetwas irgendjemandem zugestellt. Zudem hatte die Bank auch noch beide Umschläge, den mit der Karte und den mit dem Pin gleichzeitig losgeschickt (obwohl ich sie gebeten hatte den Pin an meine deutsche Adresse zu schicken; kann mir ja gesagt werden). Ja, jedenfalls kamen beide Umschläge wohlbehalten hier an und zwar an einem Kiosk, an dem Motoröl verkauft wird, der anscheinend auch gleichzeitig das FedEx Büro ist … unglaublich … von außen absolut nichts zu erkennen, in einem Hinterhof, ohne irgendein Schild … wie dem auch sei wir sind Gott dankbar … .

Was wir leider noch nicht geschafft haben ist die Änderung von Camilos Nachnamen.

Wir hatten auch nicht gedacht, dass es soooooo kompliziert sein könnte, aber ich hätte eigentlich wissen müssen, dass hier immer alles bürokratische viel viel komplizierter ist als man denkt oder es eigentlich sein müsste. Das ganze braucht entweder ein Wunder oder den langen beschwerlichen Weg mit vielen Besuchen in Maputo, 1200 km von hier, auf Alptraumstrassen und eingepfercht in einen afrikanischen Bus. Von hier aus fahren die neueren halbwegs bequemen Busse leider nicht.

Camilos neuer Pass kam leider obwohl anders beantragt mit dem doppelten Nachnamen wieder, dem alten und dem neuen, was hier so gemacht wird, aber nicht unserer Heiratsurkunde entspricht. Das Problem hier sind 2 verschiedene Gesetze in 2 verschiedenen Ländern und wir in der Mitte …

Liebe Grüsse aus Mozambique,
Claudi & Camilo