Dezember 2008

Dezember

Hallo ihr Lieben,

die Regenzeit hat begonnen, was gut fuer die Felder ist, da es sonst naechstes Jahr nix zu essen gibt, aber die Strassen … Haeuser stuerzen ein … Sachen schimmeln …

Da wir ja nun einen Lkw haben konnten wir nun endlich auch noch den Kindern eine lebensmittelmaessige Unterstuetzung bringen, die noch nichts bekommen hatten ….
mit einem mit getrockneten Mais beladenen Lkw machten wir uns auf den Weg nach Tambara, was ganz im Norden unserer Provinz, am Zambesifluss liegt.

Die Strassen hier sind immer so eine Sache, man weiss nie … erst steckten wir im Sand fest … wir mussten den gesamten Lkw entladen … diese Saecke wiegen ja nur 80 kg … haben es dann aber geschafft mit ein paar Steinen und Holzstuecken und der Hilfe einiger Leute den Lkw wieder rauszukriegen … alle Saecke wieder drauf … inzwischen wurde es dunkel … wir fuhren weiter … ich wusste, es gab noch ein Hinderniss, einen Fluss ueberqueren … machte mir aber nicht allzu viele Gedanken, weil ich es schon mehrmals problemlos geschafft habe … ach, ja, erst hatten wir noch eine Auseinandersetzung mit wilden Stieren auf dem Weg … haben es aber geschafft zu entkommen … dann rein in das Wasser … mit Schwung … wir waren schon fast draussen als wir auf einmal einen lauten Knall hoerten und der Motor ausging … und nicht mehr startete … das Auto auf der anderen Seite wollte uns nicht rausziehen, nur fuer einen Haufen Geld, was wir aber nicht hatten … dann kam ein Auto hinter uns und der Fahrer meinte, es sei wohl doch besser uns aus dem Weg zu raeumen, auch ohne was zu bezahlen … es fehlte auch echt nur 1 m aus dem Wasser raus … leider war er nicht bereit uns bis nach Tambara abzuschleppen, obwohl es nur 12 km waren … so machten wir uns es eben auf den Maissaecken gemuetlich … soweit das ging … versuchten ein bisschen zu schlafen … aber natuerlich tonnen von Muecken wegen des Wassers … um 23 Uhr kam ein Lkw, voll beladen mit Menschen und Dingen … ich sprach mit dem Fahrer … sie waren bereit uns abzuschleppen …
Danke, Jesus … gar nicht so einfach zwischen Bueschen und Schlagloechern, Steinen und Schlamm, zu lenken und zu bremsen, wenn der Motor aus ist, aber wir kamen an …
leider hatte der vorherige leitende Pastor hier etwas Verwirrung verursacht … so konnten wir nicht entladen und es uns in einer der Lehmhuetten auf dem Boden gemuetlich machen … einige schliefen unter dem Lkw, andere auf den Saecken …
am naechsten Morgen gab es dann Gott sei Dank Versoehnung mit dem Pastor …
die Kinder bekamen, was wir mitgebracht hatten …
nebenbei versuchte ich irgendeine Loesung fuer unseren Lkw zu finden … die Leute waren verstaendnisvoll und hilfsbereit … wohl jeder, der irgendetwas fahrbares besitzt hat schon irgendwann mal in demselben Wasser gelitten … eine ganze Reihe Lkws steht seit Jahren unbenutzt rum, weil der Motor kaputt ist oder die entsprechenden Ersatzteile nicht verfuegbar sind … ich sagte zu Jesus, das kommt auf keinen Fall in Frage … der Lkw ist nagelneu (zumindest fuer uns, sonst ist er 16 Jahre alt) und wurde uns nicht zum hier rumstehen gegeben … wir mussten irgendeine Loesung finden … er fuhr keinen Meter mehr, aber dort stehen lassen war keine Option, denn sobald es regnet ist die gesamte Strasse fuer die naechsten Monate nicht mehr befahrbar … keiner der Mechaniker war in der Stadt … ich fand schliesslich jemanden, der dort fuer ein Aidsprojekt verantwortlich ist, sich aber gut mit Autos auskennt und zumindest das Problem diagnostizieren konnte …. dann trafen wir jemanden, der 10 Jahre Erzieher in einem Waisenhaus war, in dem einer aus meinem Team aufgewachsen ist … und weil die sich kannten war er bereit uns zu helfen, wenn wir keine andere Loesung finden … sein Lkw war genau soviel groesser, das unserer draufpasste …. Danke, Jesus … ich wurde auf einen Huegel gezogen und geschoben (der als Rampe dienen musste) und dann drauf auf den Lkw … die „Passagiere“ sassen auf unserem Lkw auf dem anderen Lkw, mit Ladung ….
Erstmal ging alles gut. Dann kurz vor Catandica war einer der Reifen so heiss, das weiterfahren gar nicht mehr ging – ohne in Flammen aufzugehn. Es blieb uns nix anderes uebrig als wiederum auf oder unter dem Lkw zu schlafen, zumindest fuer 2 Stunden … .
Die Leute, die nach Catandica vorgeschickt worden waren um den kaputten Ersatzreifen zu flicken konnten leider auch nix machen, weil es an dem Morgen keinen Strom gab … so fuhren wir langsam weiter … UND kamen am Ziel an!! Die Frage war nur, wie kriegen wir den Lkw wieder von dem Lkw runter – ohne Rampe … wiegt ja doch ein bisschen … . Jemand hatte die schlaue Idee unseren Sandberg zu nutzen, den wir fuer den Bau des Mitarbeiterhauses angehaeuft hatten … – und es funktionierte!!
Mitlerweile ist der Lkw repariert, wir konnten alle Ersatzteile super guenstig in Beira bekommen (haben auch echt alle gebetet) … und faehrt wieder super … 🙂

Was gerade nicht so schoen ist … ich bin (erstmal) aus meinem Haus in Catandica ausgezogen … hatte ich so nicht geplant … ging aber einfach gar nicht mehr … so bin ich momentan in Chimoio bei anderen Missionaren, auch von Iris. Wir werden ab naechsten Monat gemeinsam ein Haus hier mieten, noch zusammen mit einem brasilianischen Ehepaar, das ab Januar auch hiersein wird, erstmal fuer 6 Monate, dann sehen wir weiter. Es ist echt traurig und einfach immer wieder die gleiche Geschichte … sobald jemand eine uebergeordnete Leitungspostion hat verwandelt er sich zu einem Herrscher, der seine Macht auf eine nicht sehr nette Art und Weise ausuebt und will nur noch Geld … .
Wie dem auch sei, Gott wusste, das es so kommen wird und trotz allem habe ich die tiefe Gewissheit, das alles genau so passt. Einer unserer nationalen Leiter kommt demnaechst, dann sehen wir weiter. Ich moechte gerne, dass die Arbeit in Catandica weitergeht. Die Kinder sind soweit okay. Ich halt euch auf dem Laufenden …

Bin wieder wohlbehalten zurueck aus Zimbabwe … kein Colera, ohne Schrammen, mit Auto … es war nicht leicht, aber wir haben es geschafft!!
Der erste Lkw … in der Nacht vor der Abfahrt stellte sich heraus, der Fahrer des Lkws, den ein Freund organisiert hatte hatte keinen Pass – braucht man aber fuer Zimbabwe …
Der zweite Lkw … ja, ja, alles kein Problem … 11 Tonnen … machen wir … am naechsten Morgen tauchte ein LKW auf, der mir ein „bisschen“ klein erschien fuer unsere Ladung, max. 4 Tonnen … sie wollten ihn trotzdem laden … ich versuchte sie zu ueberzeugen, das das vielleicht nicht die Idee des Jahres ist … schon bei halber Ladung brach er fast zusammen … und das im Stillstand … schliesslich sahen sie es auch ein …
neue Suche …
Der dritte Lkw … ein 8 Tonnen Lkw … aber gross und stabil genug … wir beginnen die Ladung (220 x 50 kg Saecke) von dem einen Lkw auf den anderen zu laden …. endlich … Aufatmen … dann, auf einmal bekommt der Fahrer doch bedenken, lieber doch nicht nach Zimbabwe … das, nachdem schon die halbe Ladung auf dem Lkw ist …
wieder auf den alten Lkw zurueck …
verschiedene Leute versuchten mir zu helfen einen Lkw zu finden … aber keiner von den versprochenen Lkws tauchte jemals auf ….
wir verbrachten die Nacht in Chimoio bei Freunden …
am naechsten Morgen auf zu neuen Abenteuern … wiederum keiner der Lkws, die eigentlich haetten kommen sollen kam …
ich betete … Jesus, bitte … heute ist Freitag … wir brauchen jetzt wirklich einen ausreichend grossen Lkw fuer den Preis, bis zu dem wir bezahlen koennen … diesmal suchte ich nicht lange … und fand einen guten, fast neuen 16 Tonnen Lkw … der Fahrer hatte einen Pass … war nicht andersweitig verbucht … checkte kurz mit seinem Chef ab … und kam dann gleich mit … wir laden erneut … mitlerweile der vierte Lkw … diesmal ging alles gut ….
ich erledigte die Zollpapiere in Manica … hab ja inzwischen gelernt, wie das geht ….
auf zur Grenze … Gunst bei allen Beamten … keine Probleme, weder auf der mosambikanischen, noch auf der zimbabwianischen Seite … nach nur 5 Stunden raus aus der Grenze … aber dann wurden wir aufgehalten … die Agrikulturleute wollten unsere Ladung inspizieren … na gut … ich wurde in ihr Buero gerufen … nachdem ich mich weigerte Bestechungsgelder fuer noch irgendsoein Papier zu bezahlen, das kein Mensch braucht, wurde unser Lkw konfisziert … sie versuchten mich zu ueberreden, es seien nur 50 Dollar … ich war nicht bereit, die Korruption zu unterstuetzen … sagte zu Gott, er muesste ein andere Loesung finden … die Zimbabwianer versuchten mit ihnen zu reden … auf einmal wurden wir alle ins Buero gerufen … der Chef gab mir meine Papiere zurueck und meinte, wir sollten jetzt alle fuer ihn beten …. kurz mal das Buero geschlossen … wir beteten … und zogen weiter …. Halleluja!!!
Gegen 23 Uhr machte sich einer meiner Hinterreifen selbststaendig … Gott sei Dank fuhr ich langsam in dem Moment, auf den Lkw hinter uns wartend … ich sah Funken im Rueckspiegel und hielt an … der Reifen 20 Meter von der Strasse entfernt … keine der Schrauben, die den Reifen halten auffindbar … das Metal war etwas verformt vom auf der Strasse schleifen … wir verbrachten die ganze Nacht damit irgendwie das Problem zu loesen … der Fahrer des Lkws war echt ein guter Mechaniker und ein grossen Segen … fuhren dann weiter gegen morgen … natuerlich, weil wir jetzt waehrend des Tages fahren mussten jede Menge korrupter Polizei an der Strasse … dreimal fehlte nicht viel, dass unser Lkw beschlagnahmt wurde … das Problem ist einfach, dass derzeit weder die Polizei noch das Militaer mehr bezahlt wird, so versuchen sie andersweitig zu ueberleben … ausserdem hatten wir auf unserem Lkw genau das, was jeder zur Zeit haben will in Zimbabwe, es aber nirgends gibt … es kommt immer noch keine internationale Hilfe ins Land rein …. aber Gott war treu, wir haben es geschafft, die gesamte Ladung kam sicher in Harare an … und auch beim Verteilen wurde uns nix abgeknoepft … ihr haettet die gluecklichen/strahlenden Gesichter der Kinder und Hiv + Witwen sehen sollen … 🙂
das meiste haben wir verteilt, einen Teil haben wir nicht mehr geschafft … so werde ich demnaechst nochmal hingehen ….

Liebe Gruesse von
Claudi

Oktober 2008

Oktober

Hallo ihr Lieben!

Endlich …

Wie immer wollte ich schon lange schreiben, kam aber einfach nicht dazu …

Vielleicht könnt ihr euch erinnern, ich hatte erst nur einen Flug nach Johannisburg. Bis dahin war auch alles kein Problem. Ich dachte, ich bezahle wie abgemacht dort am Flughafen mein Anschlussticket nach Chimoio in Mosambik, aber … Flüge nach Chimoio waren leider gestrichen … komplett … willkommen in Afrika dachte ich mir … musste mir wohl was anderes überlegen … so flog ich halt stattdessen nach Beira und von dort aus weiter mit dem Bus …. holte in Chimoio mein Auto ab … und wir fuhren voll beladen mit Leuten und Essen nach Catandica … .

Dann die Frage, wie es wohl in meinem Haus aussieht, was noch da ist, wusste ja schon, dass einige Leute sich meiner Habseligkeiten bedient hatten während ich nicht da war … leider war wesentlich mehr geklaut worden als ich gedacht hatte … na, ja, immerhin mein Bett war noch da (wenn auch ohne Decke und Kissen) und meine Gitarre … kann also weiterhin den Herrn preisen … 🙂

Unseren Kindern geht es gut … werden immer mehr … haben jetzt ja auch mehr Betten … 🙂

Letztes Wochenende hatten wir Besuch aus Amerika bei uns in Catandica …

Der LKW kommt auch bald … ist schon gekauft … 🙂 … wir hatten vorübergehend einen anderen gehabt, der dann aber von anderen Leuten beansprucht wurde … okay … dachte mir, Gott weiß, dass wir einen brauchen … Er wird uns einen anderen geben ….

so war es auch … an demselben Tag, an dem ich die Schlüssel des LKWs übergab bekam ich eine Email von Freunden, mit der Frage wie viel denn ein gebrauchter LKW in Mosambik kosten würde … mittlerweile haben sie das Geld geschickt … Gott ist treu!!

Ich war viel unterwegs …, Gemeinden besuchen und Essen an die Waisenkinder in unserer Provinz (Manica) verteilen …

Gott hatte gemeint, ich sollte zuerst nach Machaze gehen … verstand dann später auch warum … obwohl es schon spät war, wusste ich wir mussten noch an demselben Tag dort ankommen … nach Stunden im Stockdunkel auf unbefestigten Straßen mit endlosen Schlaglöchern kamen wir um 21 Uhr auch endlich an. Der Pastor war bereits schlafen gegangen, um am nächsten Morgen um 4 Uhr in den Busch zu gehen, versuchen ein wildes Tier zu jagen, um es gemeinsam mit seinen Kindern zu essen, um nicht zu verhungern. Seine Tasche hatte er schon gepackt. Wären wir nicht in der Nacht noch angekommen, hätten wir gar nix machen können, weil er die Listen hat, die Kinder kennt … .. lohnt sich doch immer auf Gott zu hören … vielleicht noch zur Erklärung, in Machaze gibt es kein Telefon …

Wir fanden eine völlig entmutigte Gemeinde vor …. nach dem Gottesdienst nicht mehr … strahlende Gesichter … ich hörte nur noch Kommentare wie „Gott gibt es“ … „Gott hört unser Gebet“ … viele Leute dort waren schon verhungert oder verdurstet (gibt nämlich auch kein Wasser bzw. wenn man welches will muss man 2 Std. mit dem Fahrrad fahren und sich welches holen) … dennoch hatte Gott unsere Kinder bis zu dem Zeitpunkt bewahrt … ich dachte mir, Gott kommt immer rechtzeitig … 🙂

In Sussungenga ….

hatten zuerst kleine Schwierigkeiten die Gemeinde zu finden, aber wie immer schafften wir es mit Gottes Hilfe … die Gegenwart Gottes war extrem stark … viele hatten eine Begegnung mit Gott, wurden neu erfüllt oder geheilt ….

In Gondola ….

dort gibt es eigentlich immer eine gute Ernte … außer dieses Jahr … zudem war einige Wochen zuvor ihr riesiger Getreidespeicher komplett niedergebrannt, sowie auch viele Häuser … Hunger überall … eigentlich hätte ich darüber nachdenken sollen, wo wir Mais für 200 Kinder herbekommen werden … bin aber wie immer einfach los, im Vertrauen … hatte auch gar keine Zeit mir groß Gedanken zu machen …

es war bereits 4 h nachmittags (um 5.30 h wird es dunkel und dann klappen die Gehsteige hoch) … nun … genau in dem Moment, als wir dort auf dem Markt, wo es so gut wie nix gab, ankamen, kam auch ein großer LKW an … ich fragte mich noch, was der hier wohl wollte … es stellte sich heraus, er war voll mit Mais beladen … !! Die Leute, die mit dem Mais Profit machen wollten drängten sich (günstig erwerben, danach für einen Schweinepreis an die Bevölkerung verkaufen) … wir sprachen mit dem ‚Besitzer‘, uns doch bitte 200 Eimer günstig zu verkaufen (man kauft hier pro 20 kg Eimer) … Gott gab uns Gunst … er gab uns zuerst soviel wir wollten, dann erst den anderen …. so luden wir die Säcke direkt hinten drauf auf mein Auto … 6 x hin und zurück … innerhalb von 1 Stunde hatten wir alles … das war echt ein Wunder … man kann dafür auch 7 Stunden brauchen oder mehr …. Gott wusste, das wir dafür keine Zeit hatten … wir begannen mit dem Gottesdienst … und Gott war da … die Verteilung ging übernatürlich schnell … innerhalb von 2 Stunden gingen alle überglücklich nachhause … .

Interessanterweise versuchte genau an dem Abend jemand, während wir in Gondola waren, dem Ort, wo so viel niedergebrannt war, an/in meinem Haus zu zündeln, kam aber nicht sehr weit … Gott sei Dank!!

Wieder in Zimbabwe …

Ich bekam einen Anruf von einem englischen Ehepaar, die zu dem Zeitpunkt in Malawi feststeckten, weil ihr Auto kaputt war … Gott hatte ihnen gesagt, sie sollten Essen nach Zimbabwe bringen, dann würde Er sich um ihr Auto kümmern … jemand hatte ihnen meine Telefonnummer gegeben und gemeint, ich könnte ihnen weiterhelfen … .

Das Organisieren an sich kein Problem … Maismehl, Bohnen, Öl, Reis … einen LKW gemietet … wohin mit der Ladung weiß ich auch … was ich aber auch noch nie gemacht hatte, war einen mit Essen voll beladen LKW über die Grenze zu bringen … .

So brachen wir gemeinsam auf, als dumme Ausländer nicht wissend, das an dem Tag ein Feiertag war und somit selbst das Zollbüro geschlossen hatte … von dem Besitzer, der Maismehlfabrik (der uns übrigens das Maismehl unter den Produktionskosten verkauft hatte) hatte ich eine Telefonnummer eines Zollbeamten bekommen, bei dem ich mich melden sollte … der war aber leider in Beira an dem Tag … vermittelte mich jedoch weiter … in Manica (wo der Zoll ist) angekommen, traf ich mich dann mit der Frau eines Zollbeamten, die zwar selbst auch nichts für mich tun konnte, aber meinte, ich sollte warten, sie würde mit dem Direktor der Zollbehörde reden, der allerdings zur Feier des Tages gerade eine Ansprache hielt … 2 Stunden später kam er dann auch und war tatsächlich bereit mein Anliegen an seinem freien Tag zu bearbeiten (ohne Bestechungsgeld!) … er gab mir ein Papier mit seiner Unterschrift, mit dem wir problemlos durch alle Kontrollen auf der mosambikanischen Seite kamen (erst jetzt im Nachhinein habe ich herausgefunden, welche Papiere wir alle nicht hatten … vielleicht nächstes Mal) … er hatte auch extra bei den Grenzbeamten angerufen, dass ich auch wirklich kein Problem haben würde … erste Hürde geschafft!! Halleluja! Auf der anderen (zimbabwerischen) Seite war es nicht so einfach … man sollte meinen, sie wären dankbar, wenn jemand Essen für Waisenkinder ins Land bringt … aber da haben sie ja nix davon … wir brauchten ganz schön lange, aber schließlich und endlich ließen sie uns durch … . Wir fuhren die ganze Nacht durch … luden einen Teil in Gweru ab (von 2 bis 5 Uhr morgens) … in der Zwischenzeit wurde ich noch angewiesen, den Pastor kennenzulernen … er kam extra um 3.30 Uhr, mit Anzug und Krawatte bekleidet … in der Zwischenzeit hatte ich Kaffee für alle Beteiligten gekocht … ich selbst im Halbtrancezustand … anschließend weiter nach Harare … insgesamt wurden wir nur ein einziges Mal von der Polizei angehalten und die waren erstaunlicherweise nett zu uns … ansonsten fuhren wir einfach durch … . Später erzählten mir meine Freunde in Harare, das wenn irgendjemand gewusst hätte, was wir auf dem LKW hatten, das, was keiner dort mehr hat momentan, aber jeder will, wir jetzt wahrscheinlich bei Jesus wären … 🙂

Wir hatten ne gute Zeit mit den Kids … strahlende Gesichter … 🙂 … wir gaben an 4 Waisenhäuser, Waisenkinder in Familien und an Aids erkrankten Witwen … .

Es ist schon krass in einem Land zu sein, wo die Menschen fast überall am verhungern sind. Die ganzen großen Hilfsorganisationen wurden in der Zeit der Wahlen aus dem Land rausgeschmissen, weil ja keiner sehen sollte, was dort wirklich passierte … außerdem gab und gibt es ja wirklich keine Not dort … ha ha … und bis jetzt ist noch keine zurückgekehrt … unsere Freunde erklärten uns, sie müssen sich neu bewerben … außerdem haben sie nach wie vor (wahrscheinlich berechtigte) Bedenken, dass wenn sie was bringen, es einfach von der Regierung beschlagnahmt wird, sodass keiner was macht … . Mir ist durchaus bewusst, dass das, was wir brachten ein Tropfen auf den heißen Stein ist, aber zumindest hilft es einigen Kindern und Witwen einige Zeit zu überleben … .

Gott ist groß, ich will ihm die Ehre geben, denn ohne seine Hilfe, die Gunst, die Er uns gab bei den Behörden, seinen Schutz und Bewahrung hätten wir das niemals geschafft!!

Ein Wort an alle Jesus Freaks, die auf dem Freakstock gespendet haben … nachdem das Geld gerade rechtzeitig kam, habe ich einen (kleinen) Teil des Geldes genutzt, um was mit den Engländern zusammen zu machen, weil der LKW sowieso gemietet war, ich geh aber noch mal Ende des Monats mit einem größeren LKW, wahrscheinlich am Dienstag, den 28. Oktober für ca. 2 Wochen… ich schick aber noch ne Mail rum, damit ihr auch mitbeten könnt, weil ohne Gebet … 🙁 ..

Wegen mir, wenn Gott finanziellen Nachschub schenkt würde ich auch gerne noch mal gehen … die Not ist so groß …

Brauche auch noch ne Lösung für meinen Pass, weil der nämlich voll ist ….

Bilder kommen noch und einen kleinen Film haben wir auch gedreht …

Soweit mal …

vergesst mich nicht ….

Liebe Grüsse von

Claudi

Juli 2008

Juli

Hallo ihr,

ich hab euch zwar meine Tel.nr. geschickt, sodaß ihr mich gerne anrufen könnt … 🙂 aber trotzdem will ich euch noch ein bisschen berichten von dem, was bei mir in den letzten Monaten so abgegangen ist, weil ja vielleicht doch nicht alle mich anrufen oder wir uns von Angesicht zu Angesicht sehen …

Wir wollten ja eigentlich nochmal nach Zimbabwe im April, war aber einfach nicht möglich …

Statt dessen war ich auf einer Hochzeit, auf die ich zum Predigen eingeladen wurde … es ist schon lustig, wenn man auf einer Hochzeit predigt, wo man das Brautpaar gar nicht kennt, aber immer mal was neues (zur Erklärung: sie baten den leitenden Pastor der Provinz Manica, in der ich wohne, mich einzuladen, weil sie von mir gehört hatten) …

Ich war auch nochmal in Tete gewesen, Gemeinden besuchen, die wir letztes Jahr gegründet hatten … gut zu sehen, daß sie noch existieren und sogar gewachsen sind …

Im Mai hatten wir dann ja unsere Konferenz in Catandica … war schon alles ein bisschen Caos mit für so viele Leute zu kochen, aber Gott war da und darum gehts ja …. Samstag auf Sonntag wurde die ganze Nacht durchgesungen und getanzt …. um 2 Uhr dachte ich mir dann, ich würde doch gerne noch ein bisschen schlafen, gibt ja auch ein Leben nach so einem Event … um 5 Uhr wurde ich allerdings wieder aus dem Bett gehauen … “ Mana (d.h. Schwester) Claudia, aufstehn, du musst taufen“ … aah … ok … sie waren schon alle zum „Fluss“ runtergegangen … kurz im Halbschlaf etwas über Taufe erzählt und dann zusammen mit einem von den Pastoren rein ins Wasser … es war so kalt … und das Problem ist ja, wenn man derjenige ist, der tauft, dann bleibt man darin stehen bis alle getauft sind und bei 30 Täuflingen dauerte das schon ein bisschen … k a l t !!
Aber für Jesus machen wir doch alles …

Ich war auch nochmal einige Tage in Beira/Dondo gewesen, um meine Freunde dort zu besuchen …. anschliessend 4 Tage in Nhamatanda, immer 2 x am Tag predigen … es ist schon der Hammer, obwohl ich ja schon öfters predige erzähle ich nie das gleiche … Gott gibt mir immer was Neues, Frisches … . Da „meine Autopapiere“ noch nicht da waren (hatte nur temporäre gehabt für 1 Monat, dann musste ich auf den eigentlichen Fahrzeugbrief warten), halt wieder mit „öffentlichen Verkehrsmitteln“, mit dem Fahrrad oder zu Fuss … die Mosambikaner sind immer ganz beeindruckt, dass ich mich als Weisse darauf einlasse … aber ich denke mir, Gott hat mir 2 Beine gegeben, dann kann ich sie auch benutzen …:-). Gott ist ja auch nett, ich habe ihm nämlich regelmässig gesagt, dass wir jetzt keine Zeit haben hier lange rumzuwarten und dann kam auch immer gleich was, was uns alle mitgenommen hat, selbst spätabends, wenn es eigentlich unmöglich ist, sind wir noch
weggekommen … . An dem letzten Abend hatten wir ein interessantes Gespräch, nach der Predigt usw., wartend an der Strasse, mit einem lebendigen Hühnchen in der Hand, das mir als Dankeschön mitgegeben wurde … „Mana, Claudia, um diese Uhrzeit gibt es hier kein Auto oder Bus mehr“ …“Ja, ich weiss, normalerweise gibt es das nicht“ … Sie versuchten mir klar zu machen, ich hätte einfach keine Ahnung und es wäre besser zurück in das Haus des Pastors zu gehen und dort zu schlafen … dazu hatte ich aber überhaupt keinen Bock … ich wollte meinen Schlafsack haben … ich hatte nicht einmal eine vernünftige Jacke dabei, weil ich die gerade in der Woche zuvor hergeschenkt hatte … ich sagte zu Jesus „du kannst das doch machen, das jetzt ein Auto vorbeikommt, bitte!“ … ich sagte, wir warten … sie waren gar nicht begeistert … und siehe da auf einmal tauchte ein Auto auf!! Der Fahre versuchte nicht mal uns abzuzocken, geldmässig, wir gaben
ihm schon was, aber nicht übermässig …. unser Papa im Himmel weiss, was wir brauchen … 🙂 . Alle Dinge sind möglich, dem der da glaubt!

2 Tage bevor ich weg musste, wegen „Heimaturlaub“ kam dann doch endlich der langersehnte Fahrzeugbrief! Halleluja! Da mussten wir doch wenigstens noch einmal evangelisieren gehen … die Anlage hinten auf das Auto draufgepackt … losgefahren bis zur Tankstelle … dort trafen wir das restliche Team … kein Benzin mehr im Generator … keiner hatte Geld … Disskussion … ich hatte den perfekten Frieden in mir … auf einmal tauchte unser pakistanischer Freund Ahktar auf … bla bla bla … was unser Problem ist? … wir haben kein Benzin für den Generator … wieviel braucht ihr denn? … 2 Liter … gab uns 100 Metecais … das Problem war gelöst … wo wir denn jetzt hinfahren? … in die Richtung … ich deutete nach rechts … hatte den Namen des Ortes schon wieder vergessen …. ob wir ihn mitnehmen können, weil der sein Fahrer seit heute morgen nicht mit dem Auto zurückgekommen ist … klar … sein Auto tauchte nicht auf, aber dafür blieb
er zwangsläufig bei unserem evangelistischen Meeting dabei, hörte die Botschaft, sah die Heilungen und stellte natürlich hinterher viele Fragen … ich erzählte mein Zeugnis, was auch ganz gut auf sein Leben passte und er verstand, das er suchen kann, wo er will, in allen Religionen, es aber einfach keinen Retter gibt ausser Jesus, niemand sonst für seine Sünden gestorben ist … jetzt muss er sich halt entscheiden ….

Vielleicht noch kurz was zu meinem Fuss und so, weil ich euch das ja geschrieben hatte … es war schon echt doof, weil die Wunde einfach nicht heilen wollte und ich mich auch so nicht so fit gefühlt habe … irgendwann dachte ich mir dann, ich hab keine schlaue Idee mehr, medizinmässig gibts hier in Mosambik einfach nix … so hab ich eines nachts, als ich mir dachte, jetzt reichts, einfach mal ein paar sms losgeschickt mit der Bitte um Gebet und am nächsten Morgen hab ich mich gleich viel besser gefühlt und das mit der Wunde erledigte sich dann auch von selbst, heilte, auch ohne Crems & Zeugs … danke, Jesus!

Gott hat uns echt gesegnet dieses Jahr …
geistlich: wir durften neue Gemeinden gründen, sowie viele bestehende besuchen, Menschen wurden geheilt, einen Dienst in Zimbabwe beginnen …
emotional: ich konnte den Wahnsinn des alltäglichen Lebens in Afrika ganz gut nehmen ….
materiell: neue Häuser (eines für Gäste, ein neues Haus für Jungs, momentan wird grad noch das Mädelshaus umgebaut & schön gemacht), „mein“ neues Auto :-), zum ersten Mal Schuluniformen und warme Jacken für alle unsere Kinder (ja, in Catandica wirds echt kalt wegen den Bergen), neue Matratzen, Leintücher und Decken für alle, Betten werden gerade noch gebaut …

Wenn ich wieder da bin und wir jetzt ja ein Auto haben wird es mir bestimmt nicht langweilig werden, hab schon viele Pläne … erneut nach Zimbabwe, Inhaminga, Caia, Machaze, Manica, Tambara … bin auch wieder gebeten worden, doch das Unterstützungsprogramm für die 5000 Waisenkinder (oder 7000) in Tete weiterzumachen … wir wollen eine Küche mit Vorratskammer/Lagerraum bauen, weil es einfach doof ist Lebensmittel und Töpfe im Haus zu lagern, da das leider die Ratten anzieht, was natürlich nicht so toll ist für die Kinder … auch hat uns das lokale Krankenhaus gefragt, ob wir uns nicht vorstellen könnten eine kleine Klinik, erste Hilfe Posten aufzumachen, müssten wir halt nochmal ein kleines Haus dafür bauen, Medikamente würden sie uns kostenlos zur Verfügung stellen soviel wir wollen, einen Krankenpfleger, der die Arbeit machen würde haben wir schon … das wär schon cool, weil so die Leute aus der Community zu uns kommen und ausserdem
die medizinische Versorgung unserer Kinder sichergestellt würde … mit dem Bau eines Zaunes und Haus für die Hühner, die wir halten und verkaufen wollen haben wir auch begonnen ….
das reicht mal … ich denk, ihr seht schon, mir wird nicht langweilig 🙂

Ich freu mich euch zu sehen und/oder von euch zu hören ….
Liebe Grüsse von
Claudi

PS: Falls ihr alte Handys habt, die ihr nicht mehr braucht: ich würde mich freuen, wenn ich es haben könnte, so dass ich es einem der Pastoren geben könnte, so dass er mit der restlichen Welt kommunizieren könnte … das wäre wirklich eine große Hilfe!

PPS: Ich habe es endlich geschafft, einige Bilder anzuhängen, so dass ihr ein bisschen von unserem Leben in Catandica sehen könnt …. wenn ihr mehr sehen wollt, es gibt es auch Bilder von der Zeit, als ich während der Flut geholfen habe und von der Konferenz in Südafrika, auf der ich war … wenn ihr interessiert seid, es gibt eine Menge Fotos unter dem link unten …