Dezember 2010

Hi ihr,

haette schon laengst schreiben sollen … ich weiss …

meine Zeit in Amerika war echt gut … Gemeinden besuchen, Freunde sehen, den Lebensstil der westlichen Welt geniessen, Auftanken bei Bethel Church in Redding …

und ich habe meine Pilotenschein!!!!!!!!!!!!!

Was fuer ein Abenteuer … es war ein Leben im Glauben an den allmaechtigen Gott, mit vielen Hindernissen, zunaechst verschlossenen Tueren, wie bei den Israeliten, als sie ins verheissene Land unterwegs waren …lest selbst …

Ich hatte eigentlich vor meinen Pilotenschein in Suedafrika zu machen und hier in Amerika „einfach nur“ Freunde und Gemeinden zu besuchen, aber Gott hatte andere Plaene … .

Als ich in Kansas City war bekam ich einen Anruf von Pastor Bucky, dem Pastor von der
Gemeinde hier in Chicago, ich sollte offen dafuer sein, dass Gott meine Plaene aendert … hmm … als ich dann hierher kam gab mir Jeff (der Fluglehrer aus der Gemeinde hier) einen Probeflug und liess mich nachdem er es mir einmal zeigte gleich mal starten und landen … .

Jeff bot mir an, mich kostenlos zu unterrichten – wow! Fuer das Flugzeug, das wir benutzten muss ich allerdings bezahlen; darum wird sich Gott aber auch noch kuemmern.

Nach einigen Tagen flog ich weiter nach Philadelphia zu einer Freundin … zwischen den Predigten verbrachte ich viel Zeit mit Gott, weil ich herausfinden wollte, was ich tun sollte …

Anschliessend war ich in Baltimore, wo ich Rolland Baker (Leiter von mir bei Iris Ministries) wieder traf, der sich sehr klar dafuer aussprach meinen Flugschein in Amerika zu machen, nicht in Suedafrika, weil er international viel besser anerkannt ist.

So bewarb ich mich beim „Alien Flight Programm“ – so heisst das wirklich – Jeff musste erstmal seinen Namen auf die Liste der moeglichen privaten Fluglehrer gesetzt bekommen, was jedoch innerhalb von ein paar Stunden geregelt war – sehr erstaunlich, weil eigentlich machen Behoerden nie etwas schnell, auch nicht in Amerika. Ich fuellte ein 8 seitige Bewerbung aus, bezahlte die Gebuehr und wartete auf die Genehmigung Fingerabdruecke machen gehen zu duerfen. Die liess allerdings auf sich warten. In der Zwischenzeit war ich in New York und musste eine Entscheidung treffen, was ich nun mache, denn mein urspruenglich gebuchter Rueckflug war am naechsten Tag. Entgegen aller Logik hatte ich das Gefuehl statt nach Deutschland nach Chicago zurueckfliegen zu sollen. So tat ich das. Mein Flug nach Deutschland war leider nicht umbuchbar, d. h. ich verlor mein Ticket.

Zurueck in Chicago fing ich an fuer den theoretischen Test zu lernen. Fliegen durfte ich ja noch nicht, da ich als Auslaender erst eine Genehmigung brauchte. Nach 8 Tagen intensivem Studium bestand ich den „knowledge test“ (theoretischen Test). Eigentlich brauchte ich um den Test anzutreten die Unterschrift meines Fluglehrers; sie liessen mich aber den Test trotzdem machen und Jeff unterschrieb hinterher. War das erste Mal fuer sie, aber irgendwann ist immer das erste Mal. Ich bestand mit 92 Prozent – preist den Herrn! Es war echt uebernatuerlich, denn man muss dafuer dicke Buecher studieren und normalerweise mindestens 6 Monate. Fast alles, was ich las blieb auf anhieb in meinem Gedaechtnis haengen. Die andere Herausforderung war gewesen meine Adresse nachzuweisen. Aber auch daran hatte Gott gedacht. Paesse enthalten keine exakten Adressangaben, sodass ich mir was einfallen lassen musste. Ich erinnerte mich, dass ich ner Freundin in der Hesse WG eine Vollmacht dagelassen hatte meinen neuen Perso abzuholen, was sie netterweise tat und dann hat ihn mir die WG kurzerhand per DHL zugeschickt und ich hatte ihn 2 Tage spaeter, gerade rechtzeitig fuer den Test. Somit konnte ich ihnen „beweisen, dass ich tatsaechlich in der Hessestr. 8 in Nuernberg, Deutschland wohnhaft bin“.. . . Dann wollte der Computer mein Zeugnis nicht ausdrucken, aber nachdem ich ihm einmal gebot war das auch geregelt.

In der Zwischenzeit kam dann auch endlich die Email, das ich Fingerabdruecke machen gehen durfte. Leichter gesagt als getan. Jeff und ich machten uns sogleich auf den Weg zum Chicagoer internationalen Flughafen. Die hatten mal Fingerabdruckequipment gehabt, aber nicht mehr. Sie meinten, ich sollte es bei Midway (dem nationalen Flughafen Chicagos) probieren. Ich war auch mal kurz beim FBI (den ich bisher nur aus Filmen kannte) gewesen; die hatten es ebenfalls mal gehabt. Sie meinten, ich muesste zu meiner Polizeistation vor Ort gehen. Als Auslaender hat man aber sowas hier nicht. Der Ort, an dem ich die Fingerabdruecke machen konnte durfte auch nicht irgendeiner sein, sondern eine TSA (Transport Security Association) anerkannte Location (ein von ihnen anerkannter). Den „Hinweisen einer Schnitzeljagd folgend“ (das trifft es ziemlich gut) fand ich mich schliesslich im Buerogebaeude der Mitarbeiter der TSA der Chicagoer Flughaefen. Was man nicht alles macht, um dem amerikanischen Staat zu beweisen, dass man kein Krimineller ist …, aber egal. Ich erklaerte der Sekretaerin, die mich erst etwas verstaendnislos anschaute, was ich wollte und sie war bereit mir zu helfen. Der dafuer zustaendige Beamte war allerdings gerade in der Mittagspause. 20 Minuten warten stoerte mich nicht; Warten bin ich ja aus Afrika gewohnt. Schliesslich kam ein aelterer Herr zur Tuer herein, sah mich und meinte „oh, I know that lady, she’s an alien“ – er war eine der Personen am Chicogoer internationalen Flughafen gewesen, die ich gefragt hatte, wo ich Fingerabdruecke machen koennte. Er programmierte extra fuer mich den Computer um, gab meine Daten ein und ich gab meine Fingerabdruecke online – so waren sie gleich vorort und konnten schon nicht in der Post verloren gehen! Am naechsten Tag war Feiertag, am Freitag wurden meine Fingerabdruecke geprueft und am Montag morgen war die „Genehmigung“ fliegen zu duerfen in der Mail!! Und das, obwohl mir die Sekretaerin noch erzaehlt hatte, es wuerde mindestens 6 Wochen, aber eher 3 Monate dauern.

Die naechste Herausforderung war der medizinsche Test. Obwohl ich mit beiden Augen zusammen gut genug sehe ensprach mein rechtes Auge nicht deren Standards. Wir beteten und als ich nochmal hinging, kam obwohl ich schlechter sah ein wesentlich besseres Resultat heraus. Verstehe das bis heute nicht, stellte aber keine weiteren Fragen. Hauptsache ich habe das Ding. Normalerweise haette ich das Ergebenis einsenden muessen, die es pruefen und mir dann mein Gesundheitszeugnis nach Deutschland schicken. Das haette aber viel zu lange gedauert. Der Arzt erklaerte sich bereit bei der Zentralstelle anzurufen, ob er mir ausnahmsweise einfach das Zertifikat ausstellen koennte und sie akzeptierten – Halleluja!

War ja nicht meine schlaue Idee den Pilotenschein zu machen, sondern Gottes, insofern musste Er sich auch um alles kuemmern … .

Dann brauchte ich die Genehmigung „solo“ (d. h. allein im Flugzeug) fliegen zu duerfen, was auch nicht gerade einfach war, denn derjenige, der das auscheckt ist jahrelang fuer irgendwelche Airlines gefolgen und hat ziemlich hohe Standards – mit Gottes Hilfe & viel Gebet haben wir dann auch das hinbekommen … .

Sobald ich die Genehmigung hatte bin auch dann auch gleich am naechsten und uebernaechsten Tag „solo“ geflogen … dann wurde das Wetter schlecht, aber gerade nochmal gut genug, dass ich die vorgeschriebenen „solo – Stunden“ fliegen konnte. Das krasse war, dass ich, als ich zurueck kam einen platten Reifen hatte und genau 10,1 Std hatte (10 sind vorgeschrieben) und dann war nix mehr mit Fliegen. Am naechsten Tag dann die muendliche Pruefung – meiner Meinung nach die krasseste Pruefung, die ich jemals gemacht hatte, denn man muss alles (!) wissen. Wenn man 1 Frage in den 2 – 3 Stunden nicht beantworten kann ist man durchgefallen. Ist sozusagen ein 100 Prozenttest – krass – aber auch die habe ich bestanden, danke, Jesus.

Inzwischen waren meine 3 Monate, die ich in Amerika bleiben durfte vorbei und ich musste mir was ueberlegen. Die Einwanderungsgesetze sagen, dass man nicht nach Kanada oder Mexiko und zurueck kann, um seinen Aufenthalt in Amerika zu verlaengern. Die letzte Entscheidung liegt allerdings bei dem jeweiligen Grenzbeamten. So dachte ich mir, das sei doch einen Versuch wert. An dem Tag, an dem mein „Visum“ ablief machte ich mich mit ner Freundin auf den Weg nach Kanada. Sind nur 6 Stunden bis zur Grenze. Wir wussten allerdings noch nicht so recht wohin. Haette auch nichts dagegen gehabt, wenn es vor Abfahrt organisiert gewesen waere, aber egal, bin ich ja gewohnt. Wie immer rechtzeitig bekamen wir dann eineinhalb Stunden vor der Grenze (gerade rechtzeitig vor der Abbiegung) den ersehnten Anruf, wir koennten bei Freunden von Freunden von Freunden unterkommen. Gott kuemmert sich immer. Ein super nettes Ehepaar, Leiter der Vinyard in Sarnia (so heisst die Stadt, direkt hinter der Grenze). Bekam dann auch noch gleich spontan eine Gelegenheit zum Predigen in der Gemeinde. Gott war praesent. War also nicht umsonst. Auf dem Rueckweg gab Gott mir Gunst bei dem Grenzbeamten, Weisheit all die Fragen zu beantworten und er liess sich ueberzeugen mir nochmal einen Einreisestempel zu geben. Gott sei Dank! Ich dachte mir, Gott haette mir ja auch bescheid sagen koennen, dass ich im Vorhinein ein 6 Monate Visum beantragen sollte, aber Er wollte es wohl so. War eh auch nur ein weiteres Wunder, das ich auf dem Weg „ins verheissene Land“ brauchte.

Das Wetter fuer die Woche sah nicht so rasend aus, aber Gott hielt seine Hand darueber. Am Donnerstag schneite es ueberall um uns herum, aber nicht, wo wir waren. Sobald wir das Flugzeug am Abend geparkt hatten fiel der Schnee. Gott ist treu. Er wusste, dass ich die Zeit zum Ueben brauchte. Zur Erklaerung: wenn es schneit kann man nicht fliegen, weil man nichts mehr sieht (gibt keine Scheibenwischer).

Heute (Samstag, 18.12) war dann die praktische Pruefung und ich habe bestanden!! Gestern rief mich noch mein Pruefer an und meinte, wir koennten wohl nicht fliegen heute, das Wetter sei nicht gut genug. Der Wetterbericht sah wirklich nicht gut aus. Wir beteten wiederum und heute morgen waren alle (!) Wolken spurlos verschwunden, tiefblauer Himmel und strahlender Sonnenschein. Der Pruefer konnte es kaum glauben. In seiner gesamten Flugkarriere war noch nie ein Wetterbericht so daneben gewesen. Er meinte, Gott muesste mit mir sein … und das war Er auch …!!!

Ich koennte noch mehr schreiben, aber soweit mal … .

Ganz gleich was passiert, halte an Gott & seinen Verheissungen fest und gehe weiter – nichts ist unmoeglich dem, der da glaubt (Mt 19,26)!! Der, der dich berufen hat ist treu!

Ich werde am 23.12 kurz fuer ein paar Tage nach Deutschland fliegen und dann am 30.12 wieder zurueck nach Afrika …

Ich wuensche euch allen eine super gesegnete Weihnachtszeit!!

Claudi

Juli 2010

Hallo ihr,

bin wieder gut in Deutschland angkommen, mit meinem Gepäck! (ein leerer Koffer mit meinem leeren Rucksack drin und ein paar „Nettigkeiten“ aber trotzdem gut)
Gleich mal ein gutes deutsches Frühstück mit Breze, echter Butter, Vollkornbrötchen, Wurst & Käse … mmh …
Die Zeit bevor ich weg bin war vollgepackt … predigen, Leute sehen, Sachen organisiert hinterlassen … kam nicht mal dazu ein einziges Fussballspiel anzuschauen, ist aber auch egal …

Samstag vormittags mache ich doch immer Bibelstudium mit unseren älteren Jungs von unserem Center in Chimoio, in den letzten Wochen über Gott hören, Prophetie, deine Berufung kennen usw. Nach meinem letzten Teaching sagte ich ihnen sie können schon mal mit der Anbetung beginnen (einer legte eine brasilianische Lobpreis CD ein) und ich möchte, dass jeder mindestens für 1 Person betet und ging kurz ins Haus; als ich ein paar Minuten später zurückkam fand ich sie alle füreinander betend, mit dem Gesicht auf dem Boden ihre Gott um Vergebung bittend … . Ich mag es, wenn Gott übernimmt. Ich habe noch nie eine derartigeGegenwart Gottes bei unseren Kindern in Chimoio erlebt, Gottes Herrlichkeit unter uns.Prophetische Worte wurden gegeben. Sie waren irgendwo weg mit Jesus. Einer von ihnen meinte danach „ich hab nicht mal gemerkt, wie die Sonne unterging und es kalt wurde, ich war im Himmel“; er war im T-Shirt und in Chimoio ist es gerade wirklich kalt abends. Das ganze ging für 3 Stunden. Gott liebt seine Kinder, Er möchte uns begegnen, dass wir bei Ihm sind …
Bevor ich gefahren bin versprachen sie mir, sie werden sich weiterhin treffen, gemeinsam beten und anbeten, was von Gottes Wort weitergeben … – möge es so sein!

Unsere jüngeren Kinder waren nicht gerade glücklich als sie erfuhren, dass „heute“ der letzte Tag für dieses Jahr war, an dem ich ihnen eine biblische Geschichte erzählte und entsprechende Bilder + Wachsmalkreiden zum Ausmalen gab, aber was soll ich machen?!

Gott war/ist präsent bei unseren Gebetstreffen und jedesmal, wenn wir im Krankenhaus waren … 🙂
Gott sprach zu einer meiner Nachbarinnen eines nachts darüber eine warme Mahlzeit für die Strassenkinder Chimoios zu kochen, mit denen wir uns immer mittwochs treffen … . 2 Jugendliche, die selbst ohne Eltern aufgewachsen sind sind unserem Team beigetreten; sie verstehen die Kids, weil sie selbst einmal in ihrer Situation waren, bevor Gott ihnen eine neue Familie schenkte … sie sind echt eine grosse Hilfe!

Gott gab uns die Gelegenheit den Jesusfilm im provinzialen Gefängnis von Chimoio zu zeigen …
der Feind war wohl nicht gerade glücklich darüber und versuchte alles in seiner Macht stehende dies zu verhindern …
Beim 1. Termin funktionierte aus irgendwelchen unerklärlichen Gründen der mp3 player nicht. Gott sei Dank hatten wir das Keyboard etc. mitgenommen, so konnten wir wenigstens singen & tanzen und anbeten. Freude erfüllte das Gefängnis. Ich nutzte die Gelegenheit ein bisschen zu predigen und mindestens 100 Häftlinge entschieden sich für Jesus.
Beim 2.Termin mussten wir erstmal (mindestens eine halbe Stunde) warten bis sie irgendwann Besen organisiert hatten; die Halle war dermassen dreckig, dass wir so nicht reinkonnten. Als wir dann alles aus dem Auto raushatten und gerade dabei waren aufzubauen kam erneut die Anweisung erstmal zu warten, es würden zu viele Dinge gleichzeitig laufen und sie hätten nicht genug Wächter. Die Verantwortlichen verschwanden. Nach einer weiteren halben Stunde wurde es mir zu doof und ich begab mich mit einem aus meinem Team auf die Suche nach ihnen. Es war nicht leicht sie zu überreden, aber schliesslich und endlich entschieden sie alle anderen „Veranstaltungen“ abzubrechen und sie stattdessen den Jesusfilm anschauen zu lassen. Die Halle füllte sich. Wir wollten mit dem Film beginnen (Ich hatte einen dvd player und den Jesusfilm auf dvd von jemandem ausgeliehen), aber keine Chance an die portugisische Sprache ranzukommen. So begannen wir erstmal auf englisch. Nach ca. 10 Minuten konnten wir Gott sei Dank das Problem lösen. Nach weiteren ca. 20 Minuten fiel auf einmal der Strom aus. Wir konnten es kaum glauben. Ein Elektriker war ausgerechnet an dem nachmittag in das Gefängnis gekommen um irgendetwas zu reparieren und hatte den Strom abgestellt. Frechheit. Der Gefängnisdirektor machte sich sogleich auf den Weg und sagte ihnen gefälligst sofort denStrom wieder anzustellen – danke, Gott. Mit all dem Warten und Unterbrechungen wurde es langsam ein bisschen spät und die Wächter sagten mir, die Gefangenen müssten nun zurück in ihre Zellen. „Wie bitte?“ kam aus meinem Mund, „jetzt? Vor der Kreuzigkungsszene? Bevor sie gesehen haben, wie sehr Jesus für sie gelitten hat? Nee, jetzt können wir noch nicht beenden …“. Ich weiss nicht, was mal wieder über mich kam, denn es sind schon sie, die die Entscheidungsgewalt haben, nicht ich. Ich schätze, es war Jesus, der durch mich Autorität über die Situation ergriffen hat. Wie dem auch sei, nachdem ich ein paar Minuten nett auf sie eingeredet hatte, liessen sie sich darauf ein, wir dürfen den Film bis zur Kreuzigung zeigen und dann gehen sie zurück in ihre Zellen. Mindestens 300 von den 500, die das Leben von Jesus gesehen hatten kamen nach vorne, bekannten ihre Sünden und gaben ihr Leben Jesus. Die meisten anderen waren bereits Christen schätze ich. Ich fragte mich auch, ob sie schon jemals eine Versammlung dieser Grösse in diesem Hochsicherheitsgefängnis erlaubt hatten, aber egal, preist den Herrn für das, was Er an dem Tag getan hat!!

Anfang Juli, also kurz vor meinem Abflug, hatte ich das Vorrecht bei dem internationalen Leitertreffen in Pemba dabeisein zu dürfen – was für ein Segen! Krasse Männer und Frauen Gottes aus allen Kontinenten kamen zusammen, Predigten vom Herzen Gottes mit super viel Offenbarung, Leute sehen, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe, Anbetung in Gottes Gegenwart, sich neu füllen lassen … – danke, Jesus!

Ja, und jetzt ist es gut in Deutschland & Europa zu sein, Familie & Freunde zu sehen … alles ist so sauber und nett, nirgends liegt Müll rum, es stinkt nicht, der Verkehr läuft geordnet, es gibt lecker Lebensmittel im Supermarkt um die Ecke …

Auf der anderen Seite war es dieses Jahr wirklich nicht leicht mich von meinen Freunden in Chimoio zu verabschieden und aus Mosambik wegzugehen …viele viele neue gute Freunde dort … und für mindestens 6 Monate wegzusein, abhängig davon wie schnell ich den Pilotenschein bestehe … .

Bin jetzt für ca. 2 Monate hier und dann ab Mitte September in Amerika, je nachdem, ob ich den Pilotenschein da mache oder in Südafrika, für 2 oder 4 Monate …
Wenn du Zeit & Lust hast dich mir mir zu treffen oder willst, dass ich in deiner Gemeinde predige oder sonstwo was erzähle melde dich bei mir – per email, ab und zu in Nürnberg auf Festnetz 0911/5962227 oder am besten unter meiner alten Handynummer 0151/23625197.

Bis wir uns hoffentlich bald sehen!!
Claudi

Hallo ihr Lieben,

ich hab noch was für euch … 🙂
habe es dann doch geschafft meine Bilder zu organisieren und online zu stellen …
wen es interessiert, hier ist der link …
http://picasaweb.google.com/claudi.in.the.nations/Africa2010

ausserdem wollte ich noch sagen … wenn jemand ein Handy hat, das er nicht mehr benutzt … nicht für mich, aber meine afrikanischen Freunde würden sich sehr darüber freuen (egal wie alt) … bring es auf Freakstock mit, schick es mir oder lass es mir sonst irgendwie zukommen … die ich letztes Jahr mitgenommen hatte waren und sind ein grosser Segen & Hilfe für unsere Kommunikation … danke nochmal an alle Spender!

und falls mir jemand im August ein Auto fürs durch Deutschland fahren leihen kann wäre ich mehr als dankbar, es würde einfach so vieles vereinfachen und mir so viel Stress ersparen …

freu mich euch zu sehen!!
vergesst nicht euch bei mir zu melden … habe leider keine Telefonnummern. mehr … waren auf dem Handy, das mir im Februar geklaut wurde … der Herr segne den Dieb …

ich geniesse das Leben im Schlaraffenland, die langen lauen Sommernächte … 🙂
so ein deutscher Supermarkt ist einfach der Traum … 🙂

bis bald,
Gruss, Claudi

PS: Antworten wie immer bitte nur an claudi_in_the_nations@yahoo.de – danke!

Mai / Juni 2010

Liebe Freunde,

Gruesse aus Mosambik, Afrika!

Unser Internet und Telefone gehen wieder!!

Als ich von einem von unseren Evangelisationstrips nach Zimbabwe zurueckkam fand ich heraus, dass irgendsoein Schiff ueber irgendwelche Kabel in Nampula gefahren ist … deswegen gab es wochenlang weder Telefonverbindung noch Internet … ich wusste nicht mal, dass solche Kabel existieren, aber man lernt ja immer dazu im Leben … 🙂

Ueber Ostern war ich auf einer Konferenz in Buhera, von der „Pentecostal Apostolic Church“ und es war GUT :-). Ich hatte das Privileg dort zu predigen, am Sonntag morgen als alle schon komplett uebermuedet und fertig waren weil sie die ganze Nacht wach gewesen waren, Singen & den Herrn anbeten usw.. Mindestens die Haelfte der Leute war bereits eingeschlafen. Ich sagte dem Herrn, dass es mir nicht wirklich Spass macht zu einer schlafenden Menge zu sprechen und zu meiner eigenen Ueberraschung erhoben sich alle (!) Koepfe als ich anfing zu predigen und sie hoerten zu bis zum Ende. Nicht ein einziger schlief. Gott sprach zu ihnen und jedesmal, wenn ich nach der Konferenz jemanden traf erzaehlten sie mir was aus meiner Predigt und wie sie es angefangen haben umzusetzen – wow!! Was fuer ein Vorrecht Gottes Sprachrohr zu sein …

Letzten Monat (im April) waren wir nochmal in Zimbabwe, Evangelisation fuer 10 Tage. Wir hatten eigentlich fuer die Woche danach geplant, aber am letzten Schultag vor den Ferien gab es eine Bekanntmachung, es gaebe nur noch 1 Woche Ferien, nicht 2 Wochen. So mussten wir von heute auf morgen los um die 10 Tage auszunutzen, weil einige aus meinem Team dann wieder zur Schule mussten.

Wir starteten in Rusape/Headlands, dann nach Nyanga, Kwekwe, Gweru, Bulawayo, Gwai River, Hwenge und Victoria Falls. Die erste Nacht war so richtig im „Busch“ und dennoch kamen hunderte von Leuten zusammen und es dauerte ueber eine halbe Stunde all die Namen von denen, die nach vorne kamen und ihr Leben Jesus gaben aufzuschreiben … Gottes Gegenwart war extrem stark (siehe Bilder 1-3). In Nyanga wurde uns von dem Dorfleiter ein Platz in einer “Bar” zugewiesen, ein Ort, an dem sie ihr eigenes „Bier“ brauen und verkaufen (40-50% Alkohol!). Ich betete fuer Gottes Schutz fuer unsere „Anlage“ und dachte mir, die brauchen Jesus. Wir fingen an mit Musik, Singen & Tanzen und dann war ich an der Reihe mit predigen, zu einer Menge, von denen der ueberwiegende Teil besoffen war … alle waren still und hoerten der Predigt zu, gaben ihr Leben Jesus und wollten Gebet. Gott ist GROSS!! Jetzt mit Jesus in ihrem Leben gibt es auf jeden Fall eine Chance zu Veraenderung … 🙂 . Gott wirkte wo wir auch hinkamen. Es war eiskalt in Bulawayo, und die Leute blieben trotzdem. Bild Nr. 5 zeigt die Evangelisation am nachmittag. An den letzten 3 Orten mussten wir es wie Abraham machen, in das Land/den Ort gehen, den Gott uns zeigt. So brachen wir von Bulawayo auf, um an den Orten anzuhalten, die Gott uns zeigt. Als wir nach Gwai River kamen hatte ich das Gefuehl, dies sei der Ort, an dem wir fuer die Nacht bleiben und predigen sollten. Es gab sogar Strom, sodass wir den Jesus Film zeigen konnten (mein Minigenerator gibt leider nicht genug her, um den Beamer benutzen zu koennen, nur 1 Lautsprecher und Keyboard). An einer ehemaligen Tankstelle, die ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen worden war, als die weissen Landwirte aus dem Land geschmissen worden waren … ich als Weisse erzaehle ihnen von Gottes Liebe und Vergebung … wie Gott es macht … . An den Orten, an denen wir zuvor waren kannten wir jeweils Leute, hatten eine Anlaufstelle und Uebernachtungsmoeglichkeit, aber von da ab nicht mehr; so taten wir, was die Apostel taten, waren unterwegs und predigten (uebernachteten), wo wir als Gottes Botschafter aufgenommen wurden. Gott ist wie wir ja wissen treu und fuehrte uns stets zu dem richtigen Haus, den richtigen (von Ihm vorbereiteten) Personen. So haben wir nun viele neue Freunde und Gottes Reich wurde gebaut … 🙂 . Auf dem 4. Bild seht ihr das Team und diejenigen, die uns in Gwai River aufnahmen. In Victoria Falls hatte ich mich etwas im Auto zurueckgezogen, um zu beten (waehrend der Jesus Film lief – ja, auch da hatten wir Strom – und sogar bis zum Ende!) und als ich wieder zurueckkam, war ich fast etwas geschockt, wieviele Leute zusammengekommen waren. Sie waren so heiss darauf Jesus kennenzulernen, ich hatte noch nicht mal gesagt, lasst uns beten, da fingen sie schon an mir nachzusprechen. ich fuehlte mich so schwach und unfaehig an dem Abend, aber wie gut, dass es nicht von uns und unseren Gefuehlen abhaengt …! So viele wollten Gebet und begegneten dem lebendigen Gott, bekamen Worte des Lebens und Prophetien, Heilungen und Befreiungen … . Gott ist treu gegenueber den Menschen, die Er geschaffen hat und liebt. Nachts hoerten wir die Elefanten, die dort gerne durch die Gaerten spazieren und was essbares verzehren … ich betete, dass sie nicht ueber uns drueber laufen, denn wir schliefen im Zelt … denn wenn so ein Elefant auf dich tritt, dann wars das, selbst im Auto. Nach dem Gottesdienst am Sonntagmorgen mit der neu entstandenen Gemeinde machten wir uns auf den Heimweg. Danke an jeden, der fuer mich und das, was wir hier tun betet, mein Auto machte es ohne groessere Zicken, nur ein kleineres Problem, das wir jedoch mit etwas Klebeband loesen konnten, das bis heute haelt … 🙂 .

Was nicht so lustig war waren die Angriffe im Nachhinein … aber in alledem ueberwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat!!

Unser letzter Einsatz in Zimbabwe ging nach Harare …

Wir trafen Leute, die wir schon lange nicht mehr gesehen hatten, sprachen ueber zukuenftige Plaene, Zusammenarbeit, auch ein bisschen predigen … .

Das Pastorenehepaar, bei dem wir zu Gast waren hatte gerade ‚Evangelisationsveranstaltungen‘ „in“ ihrer Gemeinde laufen, wie praktisch, wir waren einfach gekommen, nichtsahnend, und ich wurde natuerlich zum predigen eingespannt … .

Am Samstag nachmittag trafen wir uns mit ein paar alten Freunden von mir. Sie begruessten mich freudestrahlend und erzaehlten mir Gott haette ihnen bereits mitgeteilt, dass am naechsten Tag ein ganz besonderer Gast kaeme, der von Ihm gesandt waere. Das Haus wurde geputzt und fuer den Besuch vorbereitet. Ich hatte ihnen kein Wort gesagt, hab nicht mal mehr ihre Tel.nr., da sie in meinem Handy gespeichert war, das mir vor ein paar Monaten geklaut worden ist … . Einige Pastoren und Leiter (Maenner Gottes!), waren eingeladen worden. Ich konnte es kaum glauben. Einer von ihnen ist von den Toten auferstanden (amtlich belegt), er wurden von Gott zurueck auf die Erde geschickt, um anderen von Ihm zu erzaehlen. Ein anderer war von einem Hexer vergiftet worden als er predigte (vergiftetes Wasser), aber Gott heilte ihn kurz vor dem Abkratzen und stellte seine Gesundheit wieder her. Diese Leute wollen mit mir evangelsisieren gehen … ?!

Davor, als ich ‚mein‘ Auto in der Stadt geparkt hatte, gingen mir ein paar Typen auf die Nerven, die unbedingt Geld fuer das Bewachen meines Autos wollten. Ich habe es ehrlich gesagt satt, dass staendig jemand Geld von mir will, nur weil ich weiss bin, als ob Geld bei uns auf Baeumen waechst … . Ich teilte ihnen mit, sie braeuchten sich keine Sorgen machen, Gott wuerde schon auf mein Auto aufpassen. Sie redeten weiter auf mich ein, waehrend ich versuchte die Strassenkarte von Harare zu lesen, um herauszufinden, wie wir nun an den naechsten Ort, an dem wir sein sollten kommen. Irgendwann meinte ich, ich sei eine Missionarin und wuerde kein Geld verdienen. Daraufhin baten sie mich fuer sie zu beten. Ich meinte, das koeente ich machen. Ohne dass ich irgendetwas sagte knieten sie sich vor meinem Fenster hin und bekannten ihre Suenden, sagten mir, sie braeuchten Gott in ihrem Leben, dass sie mit Rauchen und Trinken … aufhoeren koennen. Ich kurbelte mein Fenster ganz runter, legte ihnen die Haende auf und betete fuer sie. Jesus war da und begegnete ihnen dort, am Strassenrand der am meisten befahrensten Strasse Harares. Gott hat seine eigenen Plaene … . Wir muessen immer bereit sein …

Unsere Kinder haben nach wie vor Spass an den biblischen Geschichten und dem Ausmalen der entsprechenden Bilder, sie hoeren gespannt zu und erzaehlen den Erziehern was sie gelernt haben …;

unsere aelteren Jungs mit denen ich (ebenfalls 1 x woechentlich) Bibelstudium mache sind seit einiger Zeit voellig veraendert, sie beten jetzt immer regelmaessig, verstehen die Bibel und Gottes Wahrheiten, erzaehlen ihren Mitschuelern von Jesus und sind begeistert anderen zu dienen … 🙂

Ja, ja, ja, schliesslich und endlich haben wir angefangen, die Strassenkinder kennenzulernen. Gott hat die Tueren geoeffnet, mich mit Mosambikanern zusammengebracht, die ebenfalls ein Herz fuer sie haben. Wir erzaehlen ihnen von Jesus, Gottes Wort, lieben sie einfach, geben ihnen ne Kleinigkeit zu essen … und es ist echt erstaunlich wie sehr sie sich oeffnen, uns an ihrem Leben teilhaben lassen. Bitte betet fuer Gottes Versorgung, Schutz und Leitung in dem, was wir mit ihnen machen.

Wir haben so viel Gunst im Krankenhaus … wenn wir anderen Mosambikanern erzaehlen, dass wir ueberall reinduerfen, in den Geburtssaal, die Intensivstation, Stationen, auf denen nicht mal die Familie zu Besuch kommen darf … Heilungen und Wunder nehmen zu und moegen sie noch mehr zunehmen …

Gottesdienste im Gefaengnis …

Seit einigen Wochen erlauben sie uns nun, dass Haeftlinge aus dem anderen Gefaengnisteil teilnehmen duerfen. Wir wollten schon lange diejenigen, die richtig heftige Strafen haben, 20, 30, 40 Jahre oder lebenslang, weil sie richtig schlimme Sachen gemacht haben, die Moerder, diejenigen, die Waffen benutzt haben … und aus dem Grund als gefaehrlich angesehen werden, aber mit Gott sind alle Dinge moeglich!!

Vor einiger Zeit waren 50 somalische Fluechtlinge im Gefaengnis in Chimoio fuer die sich natuerlich keiner interessiert hat … alle Moslems … wir haben ein Fruehstueck mit Brot, Obst und Saft organisiert (alles Dinge, die es im Gefaengnis nicht gibt), einfach um ihnen Gottes Liebe zu zeigen, aber natuerlich nicht ohne vorher ein bisschen zu predigen … ich wurde fast gesteinigt als es zum Thema „Jesus starb fuer uns am Kreuz“ kam, ist mir aber egal, in Mosambik ist Religionsfreiheit und ausserdem ist Jesus auch fuer die Suenden derjenigen, die es nicht glauben oder ihn ablehnen aus Liebe gestorben …

Letztes Wochenende war ich eingeladen worden, um bei der Frauenkonferenz unserer Gemeinde hier in Chimoio zu sprechen. Moege Gott sie segnen und moegen die Frauen aufstehen und ihren Platz einnehmen … .

Nach wie vor gibt es viele Besucher in meinem Zuhause und ich freue mich darueber … :-). In Mosambik ist es nicht ueblich Termine auszumachen, man geht einfach dahin, wo derjenige wohnt, den man besuchen will … . So vertraue ich Gott, dass Er mir zeigt, wann ich wo sein soll, Er mich leitet, ob es mir gerade bewusst ist oder nicht. Und Gott macht das echt gut, fast immer, wenn ich zuhause bin, kommt jemand vorbei und wir reden nicht nur ‘bla-bla’, die Gespraeche sind sehr persoenlich, wir reden stets ueber Jesus, was es heisst Christ zu sein, was die Bibel sagt, beten … danke, Jesus!

Bin jetzt noch fuer knapp 2 Monate hier, Gemeinden besuchen, Evangelisieren … dann ab Mitte Juli wieder fuer ne Zeit in Deutschland, anschliessend in Amerika und den Pilotenschein machen …

Wir sehen uns bald,

Claudi

Januar/Februar 2010

Liebe Freunde,

Grüsse aus dem warmen Mosambik!

Finde es ja gerade ein bisschen zu heiss für meinen Geschmack … damit ihr euch was vorstellen könnt … habe ja jetzt ein Thermometer … wenn ich darauf schaue sagt es mir 37.8/38.5/39.6 Grad …

Zur Abwechslung wurde mir heute mal wieder mein Handy geklaut … L aber Gott gibt ja immer was besseres …

Unsere Kinder

War nett an Weihnachten … habe ihnen die Weihnachtsgeschichte anhand von Bildern erzählt und sie dann die Bilder ausmalen lassen … eigentlich nichts besonderes, aber sie fanden es voll gail … so habe ich nun beschlossen, das öfter zu machen, Bilder zu kopieren und biblische Geschichten zu erzählen … dann die Schlacht mit den Weihnachtsgeschenken … beides siehe Bilder …

Habe das Gefühl, dass die älteren Jungs, mit denen ich ja nun schon länger so eine Mischung aus Biblestudy & Discipleship mache tatsächlich was lernen, die Bibel und sich selbst immer besser verstehen, Glaube praktisch wird …

Sie werden immer besser darin sich um die Hühner zu kümmern …

Inzwischen hat die Schule wieder begonnen … sind gerade dabei Uniforme nähen zu lassen … war mit ihnen gemeinsam auf dem Markt bzw. im Geschäft, um neue Schuhe zu kaufen (ohne die darf man hier nicht in der Schule auftauchen) – bei der Gelegenheit mal danke an die alle, die mir ab und zu oder auch regelmässig was zukommen lassen, sodass ich wenn was gebraucht wird auch was tun/geben kann … bin zwar nicht Gott, aber Gott wirkt durch Menschen und Glaube ohne Werke ist auch tot. Die Bibel sagt klar was zählt ist, ob ihr den Hungrigen zu essen, den Durstigen zu trinken, Fremde aufgenommen, Kleidung gegeben, uns um die Kranken gekümmert und Gefangene besucht haben (vgl. Matth 25,31-46) …

Im Krankenhaus

Inzwischen haben wir das Privileg auf die Station, auf der die richtig Kranken liegen (wie auch immer man die sonst nennen will, ist ein Mix aus allem Möglichem) ausserhalb der Besuchszeit zu kommen … so haben wir nun richtig Zeit auf die Patienten einzugehen, wenn nicht 50 andere Leute im Raum sind, die ihre Familienmitglieder besuchen.

Ehrlich gesagt erleben wir derzeit nicht besonders viele offensichtliche Wunder (noch nicht), aber (vielleicht ist es ja Zufall) Tatsache ist, dass das Krankenhaus seitdem wir dort regelmässig zum Beten hingehen immer leerer wird … soll keine Beschwerde sein … wenn es bald keine Patienten mehr gibt soll mir das auch recht sein … J

Vor kurzem beklagte sich das Personal bei mir, dass sie auch Gebet bräuchten, wieso wir nur für die Patienten beteten … ist ja kein Problem, muss man nur wissen, wer bittet, dem wird gegeben … wir waren gerade fertig, dann kamen noch weitere Krankenschwestern etc. … wiederum gerade fertig noch mehr … war schon irgendwie lustig … J

Der älteste Sohn unseres neuen Mitarbeiterehepaars (Sergio) war mit Zerebraler Malaria gerade noch rechtzeitig ins Krankenhaus gekommen … war schon völlig weggetreten, konnte nichts mehr sehen und trotzdem behandelte ihn keiner weil der Arzt wie so oft sonstwo (beim „Kaffeetrinken“) war – typisch – kann man nur beten, wie immer … letztendlich wurde er dann doch an nen Tropf angehängt und auf die Kinderintensivstation (wo keiner reindarf) verfrachtet. Am darauffolgenden Tag hatte ich sowieso vorgehabt zum Beten ins Krankenhaus zu gehen und ich dachte mir, bei der Gelegenheit können wir da auch gleich mal ne Ansage bzgl. Seines Lebens machen. Nach fast 3 stündigem Warten, das wir jedoch nutzten um ungefähr für alle restlichen Patienten des gesamten Krankenhauses zu beten durften wir endlich rein, mit Sondererlaubnis, wahrscheinlich weil ich weiss bin, aber ist ja auch egal. Sergio (das 9jährige Kind) sah nicht gut aus, nicht ansprechbar, blind und wahrscheinlich das Gehirn zerstört (macht die zerebrale Malaria normalerweise). Am nächsten Tag wurde er komplett geheilt aus dem Krankenhaus entlassen!! Er ist völlig normal, so als ob nichts gewesen wäre… J

Im Moment ist da noch ein anderes Mädchen, die ebenfalls Zerebrale Malaria hatte/hat. Letzte Woche wollte sie (die Dämonen in ihr) uns noch schlagen, meiner Hand soweit wie möglich ausweichen als ich fuer sie betete, diese Woche sass sie bereits aufrecht auf dem Bett und wollte mit uns auf der Stelle das Krankenhaus verlassen – Halleluja!!!

Gott besucht die Häftlinge im Gefängnis

Musste mal wieder Geduld haben letzte Woche, aber das Warten lohnt sich doch immer … ausserdem wissen wir ja auch, dass wenn jemand so massiv versucht den Gottesdienst zu verhindern, dann hat Gott nen speziellen Plan. Hab über Mathäus 6 gepredigt, die Entscheidung für Geld oder Gott zu leben und Gottes Verheissung, dass wenn Er die Nr. 1 in unserem Leben ist, er uns gibt was wir brauchen. Nachdem alle, die es nötig hatten mit Gott klar Schiff gemacht hatten wurden sie während der Gebetszeit auch gleich vom Heiligen Geist erfüllt, viele bestätigten sie seien geheilt und Gott sei ihnen begegnet … . Ich versuchte den Gottesdienst zu beenden, war aber gar nicht so einfach, sie waren so in der Anbetung (die sie selbst initiierten während wir für Leute beteten) , dass es mir schwerfiel zu unterbrechen … aber es gibt Regeln im Hochsicherheitsgefängnis … so versuchte ich auf Gottes Geist hörend ein Ende zu finden … alle verliessen lachend den Raum … J

Nochmal in Nyanga

Nach unserem letzten Besuch in den Bergen von Nyanga hat sich rumgesprochen, was wir so tun und weitere Dorfälteste haben um einen Besuch gebeten – offene Türen, die man nicht ungenutzt lassen sollte. Es gab einige technische Hindernisse zu überwinden, aber der Feind kann uns nicht aufhalten!! Wir haben gepredigt, Menschen nahmen Jesus an, wurden geheilt und befreit (besonders bei der letzten Evangelisation). Jemand war wohl gar nicht glücklich über unsere Präsenz in der Gegend. Wir beteten den gesamten Nachhauseweg. Wenn Gott nicht Gnade geschenkt und der Regen nicht für eine Weile aufgehört hätte wären wir nicht mehr zum Haus, in dem wir übernachteten zurückgekommen, denn bergauf durch den Matsch ohne Steine macht selbst kein Allrad – ist ungefähr so wie Glatteis, nur schlimmer finde ich. Als wir mal kurz anhielten, um Hindernisse aus dem Weg zu räumen stellte der Pastor fest, dass mein linkes vorderes Licht am letzten „seidenen Faden“ (Kabel) hing; das rechte ging nicht – immer dieser Kram – jedenfalls war es gerade noch rechtzeitig – die Jungs klebten es notdürftig an (siehe Foto) – hielt aber J.

Am nächsten Morgen fuhren wir den kompletten Weg bis nach Chimoio, bis zu unser Hauseinfahrt, ohne zu wissen, dass meine beiden „Bulljoints“ (irgendwelche Gelenke – weiss leider nicht, wie die auf deutsch heissen, sorry) vorne rechts komplett im Eimer waren. Als ich durch unser Eingangstor hineinfahren wollte streikte das Auto, ein Reifen zeigte nach links, der andere nach rechts und ich wollte eigentlich geradeaus fahren. Mit vereinten Kräften und einem Strick haben wir es dann irgendwie geschafft das Auto in die Einfahrt zu bringen, ohne einen Pfosten zu rammen. Bin mir sicher, dass die Dinger nicht vor unserer Hauseinfahrt kaputtgegangen sind, sondern in den Bergen von Nyanga, auf der wundervollen Strasse dort. Wie wir nachhause gekommen sind wissen wir nicht. Engel? Muss mal sagen, Sachen gehen zwar kaputt und es nervt, aber irgendwie hält Gott immer seine Hand drüber. Auf der Suche nach den entsprechenden Ersatzteilen hörte ich eine Story nach der anderen von Leuten, die durch die mangelnde Funktion dieser Teile richtig üble Unfälle mit Totalschaden hatten. Ich dachte an all die Berge rauf und runter, die wir fuhren, Haarnadelkurven, tiefe Abgründe … – und da, wo die Strasse gut war nicht gerade langsam. Danke, Jesus, für deine Bewahrung! J

Mit Gott in Ruangwe unterwegs

Freitag nachmittag mit der Shapa (Minibus) nach Mutare, bei meinen Freunden übernachtet und am nächsten Morgen auf nach Ruangwe. Erstmal knappe 3 Stunden im Bus gewartet, gleichmal zum evangelisieren genutzt, aber schliesslich und endlich gings los. Die Fahrt war ehrlich gesagt ein Alptraum. Es war der einzige Bus an dem Tag und er hielt auch ungefähr an jedem „zweiten Baum“, irgendwas war am Motor kaputt, aber wir kamen an. Wenn Gott nicht Gnade mit uns gehabt hätte hätten wir noch 4 Stunden im dunkeln laufen müssen, aber Gott sei Dank schickte er uns einen Lkw vorbei, der uns die ersten 10km mitnahm, sodass wir nur noch ne knappe Stunde laufen mussten. Wenigstens war es nicht ganz dunkel. Es war Halbmond und kaum Wolken. Da wir so spät ankamen blieb uns nichts anderes übrig die Nacht zum predigen, beten, anbeten … zu nutzen. Nix mit schlafen. Frühmorgens dann erstmal 2 Stunden Fussmarsch zu einer Stelle, an der wir etwas Wasser fanden, um die Leute, die sich taufen lassen wollten zu taufen. War nicht die Art von Wasser, die ich mir für ein Bad ausgesucht hätte, grautrüb mit massenhaft Käfern an der Oberfläche schwimmend, aber immerhin Wasser. Mit Maisbrei und Ziegenfleisch im Bauch dann 2 weitere Stunden Fussmarsch in der prallen Sonne zur „Bushaltestelle“, nur gab es keinen Bus. Wir beteten, was sonst? Ich dachte an den gestrigen Tag und sagte Gott, heute bräuchten wir schon was anderes. Es war bereits 12 Uhr und die Grenze schliesst um 18 Uhr. Da kam auch schon ein Auto, ein Pickup, hinten offen mit einem riesigen Bullen (Rind) hinten draufliegend, dem gerade die Kehle durchgeschnitten worden war, das Blut war aber grösstenteils bereits getrocknet – na, ja, immerhin eine Art von Transport. Wollte gerade aufsteigen und mich wie alle anderen auf das Viech setzen, da meinte der Fahrer ich könnte vorne in die Kabine. Es war immer noch besser mich zwischen die 2 Typen zu quetschen als in der afrikanischen Mittagssonne zu verbrennen. Sobald wir losfuhren wurde ich mit Fragen bombadiert. Wollten natürlich wissen, was die Weisse hier macht. Ausserdem fragten sie mir ein Loch in den Bauch zum Thema Gott und Bibel. Die Gegenwart Gottes war spürbar unter uns. Gott berührte ihre Herzen und sie bekehrten sich. Was in dem Auto passierte hatte eigentlich nichts mit mir zu tun. Die Früchte waren reif zur Ernte, mussten nur gepflückt werden. Gott hatte mich ihnen geschickt um ihnen das Wort zu sagen, das sie hören mussten. Sie nahmen uns bis nach Nyanga mit (der halbe Weg) und das für nen Spottpreis, weil sie so berührt waren. Jetzt brauchten wir ein schnelles privates Auto und zwar auf der Stelle, sonst wär nix mehr gewesen mit Grenzüberquerung an dem Tag. Und Gott schickte das auch, innerhalb von Minuten. Lief alles wie am Schnürchen, musste es auch, denn Paulo, einer von unseren älteren Jungs, den ich mitgenommen hatte musste am nächsten Tag in die Schule und wenn wir nicht rechtzeitig zurückgewesen wären wäre uns beiden der Kopf abgerissen worden und Gott wusste das. Um es kurz zu machen, wir hupften von einem Auto ins nächste und das letzte, das uns mitnahm war der Hotelbus des neuen Bonzenhotels in Chimoio, mit schicken gepolzterten roten Sitzen der uns direkt bis vor die Haustür fuhr – ohne irgendetwas dafür zu verlangen! J

Genug Geschichten für heute …

Wenn du dir überlegst mich besuchen zu kommen, tue es bald, weiss gerade nicht wie lange ich noch in Mosambik bin …

Flugschein

Es wird langsam ernst mit den Flugstunden und dem Pilotenschein – dieses Jahr! Bin gerade am Auschecken der verschiedenen Möglichkeiten. Hab den Gedanken ja schon länger wie viele von euch wissen und finde es nach wie vor verrückt, aber auf der anderen Seite warum nicht, andere haben es vor mir gemacht und geschafft. Vertraue, dass Gott es finanzieren wird wenn es sein Plan ist. Wird jedenfalls helfen an Orte zu kommen, an die man mit dem Auto nicht kommt, um den Menschen dort, die noch nie das Evangelium gehört haben, von Jesus zu erzählen und ggf. Hilfsgüter vorbeizubringen. Brauche natürlich noch das Flugzeug, aber mal eins nach dem anderen. Finde ja eigentlich auch, dass ich erstmal ein neues Auto bräuchte, aber was auch immer Gott denkt/will. Mit dem jetzigen merke ich jedenfalls meine Abhängigkeit von Gott, was auch seine Vorteile hat. Das Leben hier hält mir täglich vor Augen, dass ich Gott brauche, ohne Ihn einfach gar nix geht, hier gibt es keinen Plan B, nur Gott oder eine Katastrophe …

Lasst uns nicht müde werden Gutes zu tun, denn wenn die Zeit gekommen ist, wird es eine Ernte/ Belohnung geben, wenn wir nicht aufgeben (nach Galater 6,9 – frei aus dem Englischen, hab leider keine deutsche Bibel hier).

Bis zum nächsten Mal,

Claudi

P.S. Koennt gern weiterhin anrufen, meine Nummer geht noch … 00258 825959157

P.P.S Kann mir jemand Sonnencreme schicken?