Interview

12.08.2007

Hey Claudi, seit zwei Jahren lebst und arbeitest du in Mosambique. Was genau machst du da? Wie können wir uns dein Leben dort vorstellen?
Es ist so eine andere Welt, es gibt ungefaehr gar nichts von dem, was fuer uns in Deutschland so selbstverstaendlich ist, aber Gott ist derselbe – immerhin! Wenn mich gerade jemand fragt woher ich komme weiss ich momentan nicht so genau, was ich sagen soll …

Bis Sommer 2007 habe ich in einer Stadt namens Dondo gewohnt, was in Zentralmosambique, in der Naehe von Beira, der zweitgroessten Stadt dort ist und war hautpsaechlich in den 4 Provinzen Sofala, Manica, Tete und Zambesia unterwegs.
Was ich da so mache? Vieles, verschiedenes, was auch immer zu tun ist, aber hauptsaechlich bin ich im Busch unterwegs um dort zu evangelisieren und neue Gemeinden zu gruenden, zu lehren und mich um Waisenkinder zu kuemmern (wir haben momentan 6000 Waisenkinder, die in mosambikanischen Familien leben, die wir versuchen zu unterstuetzen). Bis jetzt hab ich ja, wie gesagt, in Dondo gewohnt, und dort unter der Woche in der Bibelschule gelehrt, Juengerschafts- und Mentoringsachen mit den Jugendlichen aus der Gemeinde dort gemacht, Kinderhauskreis (die schmeissen den allerdings mitlerweile selber, d. h. die leiten, predigen, beten fuereinander usw. und ich bin nur dabei), Gottesdienst im Gefängnis 1 x pro Woche, Gebet fuer die Kranken im Krankenhaus … .

Anschliessend habe ich eineinhalb Jahre in Catandica gowohnt; wir hatten 25 Waisenkinder aufgenommen und ich war von dort aus unterwegs… :-).

Und jetzt (seit Dez. 2008) in Chimoio … .

Wie kam es, dass du nach Mosambique gegangen bist?

„Der Herr“:-). 2004 hatte ich eine längere Zeit, wo ich gebetet und gefastet habe und währenddessen hat Gott alle anderen Ideen, Träume, Wünsche, Visionen …, die ich sonst noch so hatte, wo ich hingehen oder was ich tun könnte (erstmal) weggenommen und es blieb nur noch Mosambique in meinem Herzen. Das erstaunte mich schon ein bisschen, weil ich eigentlich eher dachte nach Asien zu gehen, aber es gibt eine Zeit fuer alles. Das werde ich auch noch machen, aber nicht jetzt, jetzt ist erstmal Africa dran.

Davor war ich schonmal dort gewesen für ein paar Wochen … kurzzeitmässig … was gut war, aber an Hinziehen hatte ich überhaupt nicht gedacht.

Als Gott dann mit mir über Mosambique gesprochen hat, war mir zwar klar, dass ich demnächst dort hinziehen werde, aber ich wusste noch nicht so recht, was ich denn eigentlich dort machen soll …, aber ich wusste, ich muss nochmal hinfliegen, um vorort zu sehen, was Gott mir zeigt und welche Türen Er aufmacht, und auch um mit den Leitern dort so ein paar Sachen zu besprechen und abzuklären. Als ich dann da war, war ich erst oben im Norden in Pemba, aber das war es nicht. Dann flog ich weiter und war in Dondo. Da war es ganz anders, ich war wie ein Puzzleteil, das dort reinpasst und gefehlt hat. Die Gaben, die Gott mir gegeben hat, waren das, was sie dort gerade gebraucht hatten und auch mit den Leuten hat es einfach gepasst. Am Ende habe ich mich mit den Leitern hingesetzt und mal so erzählt, was ich denn gerne alles machen würde (s.o.), wenn ich kommen würde und sie meinten zu allen Punkten “mach das”. „Gut“, habe ich gesagt, „dann komme ich“ :-).

Was können wir als Jesus Freaks von den Gemeinden in Mosambique lernen?

Simple sein.

Die Leute wissen vielleicht nicht viel, aber sie wissen, dass Jesus für sie gestorben ist, sie rettet und ihnen hilft, in Seinem Namen die Kraft ist Kranke zu heilen, Menschen, die von dämonischen Maechten gefangengehalten werden, zu befreien und die Toten aufzuerwecken. Und das machen sie. Ist ja auch schon mal was!

Oft fragen mich auch Leute, wenn ihr da evangelisieren geht und Gemeinden gründet, was passiert dann, wenn ihr wieder weg seid? Wie geht es dann weiter? Wir (mein mosambikanisches Team und ich) machen das normalerweise so, dass wir ein oder zwei Pastoren mitnehmen, die halbwegs in der Nähe wohnen, die dann nochmal zurückgehen, am nächsten Tag oder innerhalb der nächsten Woche und “die Gemeinde organisieren”, d. h. sie treffen sich mit den Neubekehrten, setzen einen Leiter ein (falls wir das noch nicht gemacht haben), der dann zum nächstmöglichen Zeitpunt in die Bibelschule geschickt wird, machen aus, wo und wann der Gottesdienst stattfindet und den Rest überlassen wir dem Heiligen Geist. Wenn Erweckung ist kann man nichts mehr kontrollieren. Man hat einfach keine Zeit dazu. Wenn wir unterwegs sind gründen wir in der Regel pro Tag eine, manchmal auch zwei Gemeinden. Wir tun, was wir tun können und für den Rest vertrauen wir dem Heiligen Geist (und der ist ein guter Lehrer, der Gottes Wort, sodass Er die Leute lehren kann und wie Gemeinde funktioniert weiss Er auch). Wir lassen auch noch 2-3 Bibeln da, die wir denen geben, die lesen können, sodass sie dann den anderen vorlesen. Und zu meinem Erstaunen (muss ich ja doch zugeben) weiss ich (weil es die Pastoren mir erzählt haben), dass ALLE Gemeinden, die wir gegründet haben noch exisieren, sich treffen und weiterwachsen. God is good.

Wie können wir dich praktisch unterstützen?

Ihr könnt gerne fuer mich beten … das brauch ich auch! Hab nämlich schon auch gemerkt, dass es jemanden gibt, dem unsere “Arbeit” dort nicht so wirklich gefällt und der immer wieder versucht uns lahmzulegen, aber das wird ihm nicht gelingen!

Der Mensch lebt zwar nicht vom Brot allein, aber so ab und zu was zu essen zu haben ist auch ganz nett … … d. h. wenn jemand mich und das, was wir dort machen finanziell unterstützen will, kann er das gerne tun :-).

Ansonsten glaube ich, dass Gott geplant hat, dass wir noch mindestens 3 weitere Häuser (abgesehen von meinem) bauen sollen und zwar noch eines für Kinder (um das sich der Herr gerade schon zu kümmern scheint), eines fuer Mitarbeiter (die müssen ja auch irgendwo wohnen) und eines für Gäste (sodass Leute kommen und ein Herz für Afrika und für die Armen bekommen können, sowie von den Leuten dort lernen, sich inspirieren lassen und praktisch helfen… ihr seid dann auch herzlich eingeladen!).

Last but not least … da ich ja nun nicht mehr in Dondo wohne, wo in dem Center von Iris viele Sachen da waren, die schon mal jemand gespendet hatte, sondern sowas wie Pionierarbeit mache, brauche ich nun alles selber. Um das Dach über dem Kopf kümmert sich Gott ja schon (danke, Jesus!), was noch aussteht ist das Auto und die Anlage (zur Erklärung: ohne Mikros ist es ein bisschen schwierig zu einem ganzen Dorf zu reden und der Jesusfilm zeigt sich schlecht ohne Beamer :-), damit ich weiter unterwegs, Gemeinden gründen und lehren kann; ohne Auto kommt man einfach nicht in den Busch. Wenn jemand diesbezüglich eine Idee hat oder helfen will, gerne, aber kein Stress!

* Anmerkung:

Die Häuser in Catandica sind bereits alle gebaut, jetzt ist Chimoio dran, bräuchten ’ne Küche, Ofen, Bäder & Klos, ebenfalls verschiedene Häuser …

Das Soundequipment haben wir auch!!!

Mitlerweile hat Gott mir ein Auto zukommmen lassen, aber wenn mir jemand helfen will, dass es auch weiterhin fährt, habe ich nichts gegen (regelmässige) zweckgebundene Spenden für „Autoreperaturen“, weil die Strassen so schlecht sind, dass andauernd was kaputt geht und wir aber trotzdem auch weiterhin in den Busch fahren und predigen wollen … .

Falls jemand einen von den (ausranggierten) Militärlkws, die an verschiedenen Orten (u. a. im Irak) rumstehen organisieren kann, schick ihn, fahr ihn runter oder wie auch immer, ist einfach das perfekte Fahrzeug für den Busch … egal ob Essensverteilung für Waisenkinder oder Katastrophenhilfe, damit bleibt man nicht stecken … 🙂

Wenn jemand (oder eine Gemeinde) eine Buschkonferenz finazieren will bin ich dafür auch offen …. 🙂

(Interview am 12.08.2007, veröffentlicht in der Septemberausgabe 2007 des „Kranken Boten“)